Rechtschreib-Bilanz

Ich vinde, di rechtschraibrevorm graift vil tsu kurts. Ainzelne wörter ainer länkst välligen logischen renowirung tsu untertsijen sowi ein par kommasetsungen tsu verändern – dass ist ja gants nätt. Aber es ist inkonnsekwännt. Hättn di revormer di sache tsu ände gedacht, wäre ir wärk als genijales wärk der menschaitsgeschichte gewürdicht worrden. Ainige wenige, ainersaits an gesprochener sprache orijentirte, anderersaits logische regeln hätten genükt. Die vergässenen rechtschraibregeln lauten:

Überflüssigge buchstaben, di man zumm schrifftlichen ausdrukk der sprache nicht benötikt, werden aus dem alfabet heraußgenommen. Völlich antikwirt sind buchstaben, di lediglich zwai aufainander stoßende konsonanten ausdrükken. So beschtet das „Z“ tatsächlich aus den lauten „T“ und „S“. Das „Q“, maist in verbindung mit dem „U“, wirrd als „K“ und „W“ gesprochen. Wäk damit. Entbärlich ist auch dass „F“. Schon in der ärsten klasse lärnen wir, dass beide buchstaben als „FFFFF“ oder auch „VVVVV“ gesprochen werden. Einer von beiden ist also überflüssich. Wir haben uns entschiden, dass „F“ zu straichen.
Kurts gesprochene wokale werden dadurch gekännzaichnet, dass inen gedoppillte konnnsonanntn vollgen. Ausnamen werden appgeschafft. Statt „Sack“ schraiben wir „sakk“.
Dass denungs-e nach dem i isst folglich überflüssich.
Übahaupt werden alle wokale stränng lautorijentirt verwänndit.
Auch zusammengesätzte wokale werden konsekwännt lautorijentirt geschriben. Dass hun legt künnftich allso kaine „Eier“, sondern aia.
Di kommasetsung follgt allain dem sprachlichin sinn.
Großbuchstaben gibbt äss nur tsu beginn aines sattsis.

Mit disen wenigen regeln haben wia di schprache enndlich laidlich im grivv. Sie beanntworten baispilswaise auch di vrage däss laidigen scharven „S“ – wir benötigin dass „ß“ däshalp, wail dass doppälte „S“ beraits zur verkürtsung voranstehender wokale verwänndit wirrd. Aufgrund der klarhait dieser regeln dürvte aine braite aktsepptannts außer vrage schtehen. Blaibt tsu hoffen, dass die rächtschraibkommißßion sich dieser zilvürenden anregung nichcht verschlißt. Ich für mainen tail bin ain moderner männsch. Was die dürrven, wärrde ich ja wol auch dürrvin. Volglich füre ich hirmit die revormisstische rächtschraibung ain. Wer – bitte – will mir dass verbiten?

PS, Maikroßovvt wöd hatt aine blöde velakorrektua, di manche wörta unbelerbar umbuchstabirt. Laider weiß ich nichcht, wi man dass appställin kann. Darumm sinnd manche wörrter inn disem täxt nochch nichcht gannts korräkkt geschriben. ßorri.

PPS. Auvv mainer tastatua velt dass große „ß“.

Was denkst Du?