Gute Globalisierung: Bisher 100 Millionen Dollar Mikrokredite bei Kiva

Geschäftskredite, egal wie winzig, statt millionenschwerer Entwicklungshilfe-Almosen: Die P2P-Lending-Site Kiva vermittelt seit vier Jahren Kleinkredite von Privatleuten an Unternehmer und Gründer vor allem in Entwicklungsländern. Heute gab Kiva bekannt, dass die Schwelle von 100 Millionen Dollar vermittelter Kredite überschritten sei.

Das ist eine gute Nachricht – weit besser als die, dass die Bundesregierung auch in Zukunft ein Entwicklungshilfeministerium betreiben und korrupten Herrschern das Geld für ihren galaktischen Konsum in den Hintern blasen will. Skurril ist, dass der neue Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel von der FDP kommt, die bis zum Wahltag eher Zweifel an der Alimentierung schlechter Regierungen hegte.
Statt sich von glamourösen, aber saudummen Schwätzern wie Bono und anderen weißen Afrika-Klugscheißern blenden zu lassen, sollte er es mal mit einer schwarzen Frau versuchen. Einer wie Dambisa Moyo, die Entwicklungshilfe nicht für einen Ausweg, sondern für eine Ursache für Hunger und Hoffnungslosigkeit in Afrika hält. Sie begründet das mit so einfachen Festellungen wie der, dass bisher rund 500 Milliarden Dollar in Entwicklungshilfe geflossen sind und sich seitdem gerade in Afrika wenig zum guten, aber viel zum schlechten gewendet hat. Vielleicht hört ja deshalb keiner auf sie, weil sie nicht aus dem Showbiz stammt. Sie ist halt nur Wirtschaftswissenschaftlerin.
Dambisa Moyo sinniert in ihrem Buch „Dead Aid“ übrigens auch darüber, wie wir weißen Europäer es fänden, wenn schwarze Sänger in herrischem Gutmenschengestus uns erzählten, wie wir unsere Probleme zu lösen hätten.

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