Die Welt geht 2012 NICHT unter – sagen die echten Majas

Roland Emmerich, den man auch das Spielbergle nennt, zog eine großzügige historische Legende hervor, als er den Weltuntergangsplot seines neuen Films 2012 vorstellte. „Die berühmte Maja-Prophezeiung hat mich zu einer exzellenten Story inspiriert“, plauderte er zu Journalisten.
Wer kommt an der Stelle schon auf die Idee, zu bezweifeln, dass es je eine solche Prophezeiung gegeben habe? Maja-Kult – da steckt ja eigentlich alles drin, was der Mythen-sehnsüchtige Zivilisationsbürger sich so vorstellt. Unheimliche Bräuche, unheimliche Weisheiten, unheimliche Schätze, unheimliche Geheimnisse.
Und unheimlicher Unsinn. Eine Prophezeiung, die auch nur annähernd als Weltuntergangsvorschau zu verstehen wäre, kannten die alten Majas gar nicht. Jesus Gomez, der Chef der guatemaltekischen „Vereinigung der Maja-Priester und sprirituellen Führer“, hat jedenfalls noch nie davon gehört. „Die Idee einer Apokalypse existiert in der Maja-Kultur nicht“, sagte Gomez dem britischen Sunday Telegraph.
Der Maja-Priester und Berater des Präsidenten Guatemalas, Cirilo Perez, kritisierte den Westen für die kommerzielle Ausbeutung der Maja-Kultur. „Da geht es nur ums Geschäft“, sagt er, „ein wirkliches Interesse an unserer Kultur existiert da nicht.“

Auf eher praktische Weise geht der Archäologe Jose Huchim an die Sache heran, der Ausgrabungen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan leitet, wo bis heute Majas leben. „Würde ich zu einer Maja-sprechenden Gemeinschaft gehen und die Leute fragen, was 2012 passieren wird – da hätte niemand auch nur eine Idee“. Dass da die Welt untergehen soll würde niemand glauben. Hurchim: „Die Leute fragen sich eher, wann es nächstes Mal regnen wird.“

Womit die Vorzeile von Emmerich und Sony Pictures zum Film etwas nackt dasteht: „Wir waren gewarnt!“ Naja – jedenfalls nicht von echten Majas.

Quelle: Hier und hier.

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