Belauscht: Vier laute Jungs prahlen in der S-Bahn mit Knast- und Klopp-Storys

Die Berliner Stadtbahnen sind ja immer wieder für erzählenswerte Erlebnisse gut. Dieses Mal füllten vier junge Männer meinen S-Bahn-Waggon mit lautstarken Erzählungen aus ihrem Leben. Die S-Bahn war voll. Nur der Abschnitt, in dem die vier Helden sich aufhielten, Cola und Weinbrand in Plastikbecher mixten und laut, fast brüllend ihre Taten zum Besten gaben, war ansonsten leer. Ich habe mir erlaubt, den Dialog der Burschen mit meinem iPhone aufzuzeichnen. Er ist hörenswert. Man sollte allerdings ein bißchen Berliner Dialekt verstehen.

Die vier Helden von der S1

Der Ton, den ich zum Anhören eingestellt habe, beginnt mit einem Furz und den Anmerkungen dazu. Das war auch die Stelle, an der einer der vier einen Asiaten anstarrte, der ihnen noch am nächsten stand und der dann vor Schreck in einen weiter entfernten Teil floh. Nachdem der Furz als „überextrem“ gepriesen war, würdigte ein anderer das Erlebnis, gegen Fensterscheiben zu rotzen. Dann ging es um eine offenbar heikle Begegnung mit irgendwelchen Rivalen, ganz klar wurde das dem Außenstehenden nicht. Nur so viel: Der Held gab zum Besten, wie er den Feinden erklärte, dass er noch ein paar Freunde in der Hinterhand habe.

Als nächstes wurden ein paar Verwandte und Freunde erwähnt und schließlich eine Begebenheit mit einem gewissen Voigt geschildert – etwa so: „Der steht in Zepernick (Anm: Gemeinde Panketal bei Berlin) mit seine Lederjacke, Kragen hoch, ick guck ihn an und sag: Bauer, mach mich mal nicht blöde an, Alter, ich spiele gleich mit Deine Fresse Baggergrube.“

Dann fallen Wortfetzen wie „schnick schnack, Hals kaputt“ und „Missgeburt“. Irgendwie kommt das Gespräch dann auf einen, der im Knast sitzt und darüber Lieder macht, „um Fame zu kriegen“. Ein anderer meint, kaum sei er aus dem Knast herausgekommen, sei sein Feind zu den Bullen gegangen. „Und denn is ja Verdunkelungsgefahr, Bedrohung und so Scheiß.“ Und er habe ja selber einen Beweis auf Handy, und alle möglichen Freunde würden aussagen. Und dann bekäme der seinerseits drei bis fünf Jahre, wegen der Tankstelle, wegen Waffenbesitz und einmal Diebstahl. „Und dafür gehe ich nicht ab, das kannste mir glauben, Alter.“ Weiter hinten gibt einer, der bisher eher still war, zu Protokoll, er habe gerade „vier Jahre Führungsaufsicht im Arsch“.
Schließlich ging es noch um einen Kalle, der scheinbar eine Art Chef sein muss. So lange er seinen Vorteil habe, „bis Du ein Atze“, aber wenn nicht, dann nicht. Und eine Frau wurde noch durchgenommen. „Mann, ist die fett geworden, dabei war die mal richtig geil.“

Ein echtes Hörvergnügen.

Berliner S-Bahn-Szene

  1. Dit is ja escht ma HAMMA!

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