Opa-Mord in Lodersleben: Mitteldeutsche Zeitung greift den Fall auf

Seit acht Jahren unschuldig hinter Gittern? Helmut Marquardt (74)

„Unschuldig hinter Gittern?“ So lautet die Überschrift eines Artikels der Mitteldeutschen Zeitung über Helmut Marquadt (74) , der vor bald sieben Jahren wegen eines grausamen Mordes in Lodersleben (Sachsen-Anhalt) verurteilt wurde. Hier die ganze Geschichte. Marquardt wurde in einem Indizienprozess verurteilt. Er beteuert bis heute seine Unschuld. Das Verfahren lief in mancher Hinsicht zweifelhaft. Beweismittel wurden nicht gewürdigt. Außerdem wurde er von seinem damaligen Anwalt offenbar schlecht beraten – mit fatalen Folgen. Marquardt war nach eigener Aussage als erster am Tatort im Haus des ermordeten Nachbarn, weil ihm die zugezogenen Vorhänge dort aufgefallen waren. Er fand den Toten auf einem Sofa und berührte ihn. Das würde die Herkunft seiner DNA an der Leiche erklären. Auf Anraten seines Anwalts behielt er diese Geschichte aber für sich. Sein jetziger Anwalt Dirk Simon hat sie jetzt aufgegriffen und begründet u.a. damit seinen Wiederaufnahmeantrag. Möglicherweise steht der Fall jetzt vor einer Wende. Wie zu hören ist, will das Oberlandesgericht Naumburg in den nächsten Tagen über den Antrag entscheiden.

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