Gelsenklüngel

Oliver Wittke aus Gelsenkirchen, neuer NRW-CDU-Generalsekretär
Die nordrhein-westfälische CDU hat den 44-jährigen Oliver Wittke zum neuen Generalsekretär gewählt.  Seine Wahl ist, wie es aussieht, ein typisches Klüngel-Resultat, wie auch Wittke ziemlich typische Züge eines Klünglers aufweist. So richtig fiel mir das beim letzten Landtagswahlkampf in NRW auf, der für die CDU bekanntlich ziemlich desaströs endete. Ich vermute, dass Wittke seinen Anteil daran hatte, indem er nämlich scharfe Wahlkampfmunition, über die er möglicherweise verfügte, nicht verschoss. Was vermutlich wiederum klünglerisch zu erklären ist. Im privaten Kreis, so heißt es, soll Wittke einige Wochen vor der Wahl eine Begebenheit aus der VIP-Loge im Schalke-Stadion zum besten gegeben haben. Sie lautet, szenebekannte Sozi-Blogger und höherrangige Entscheider des öffentlichen Wasserversorgers Gelsenwasser hätten dort während eines Bundesligaspiels beim Bierchen traulich zusammengehockt. Diese Beobachtung war deshalb interessant, weil damals gerade die Affäre Gelsengate hochkochte. Der städtische Wasserversorger soll sich als Büro und Kommunikationszentrale für die Sozi-Blogger zur Verfügung gestellt haben, was gemeinhin eher nicht zu den Aufgaben eines städtischen Wasserversorgers gehört und was der Pressesprecher des Unternehmens mit ziemlich skurrilen Erklärungen parierte. Und jetzt sollen die Kampagnen-Kompagnons offenbar auf Gelsenwasser-Ticket beieinander gesessen haben, was der Gelsenwasser-Pressesprecher, ein gut versorgter früherer Grünen-Politiker, zwar bestreitet, Wittke aber gleichwohl im privaten Kreis herumerzählt haben soll.

Wer dachte, Wittke hätte doch ein Wahlkampfinteresse haben müssen, diese Vorlage auszuspielen, täuschte sich. Die letzten drei bis vier Wochen vor der Wahl, als es nun wirklich auf  jede Stimme ankam, tauchte der CDU-Mann konsequent ab, wenn das Thema Gelsengate und die ominöse Begebenheit im Schalke-Stadion auf ihn zurollte. Er war nicht zu erreichen und rief auch nie zurück. Mitten in der heißen Wahlkampfphase. Warum nur, fragt man sich, lässt ein CDU-Mann unmittelbar vor der Wahl die Gelegenheit aus, den Hardcore-SPD-Klüngel in Gelsenkirchen aufs Korn zu nehmen? Ein Politiker, der 1999 zum Oberbürgermeister von Gelsenkirchen gewählt wurde und damals einer Verwaltung vorstand, in der 14 CDU-Mitglieder zu finden waren, aber 2500 Sozis? Der fünf Jahre später dann auch wieder seinem SPD-Rivalen unterlag, dann Verkehrsminister wurde und zurücktreten musste, weil er mit 109 Sachen durch ein sauerländisches Dorf gebrettert war?

Die Antwort dürfte lauten: Weil Wittke möglicherweise grundsätzlich ungern Klüngelvorwürfe vorbringt, weil er dann fürchten müsste, ebensolche an seine Adresse zurückzubekommen. Wie ich hörte, hat auch er den städtischen Wasserversorger als Postenversorger eingespannt. Er soll dort eine Verwandte untergebracht haben.

Was lernen wir daraus? Erstens, in NRW küngeln im Prinzip alle. Was, zweitens, dazu führt, dass alle darüber die Klappe halten, außer, drittens, die CDU wird zu frech, was, viertens, aber nur selten vorkommt, weil die nämlich, fünftens, meistens schon zufrieden ist, wenn genügend Dienstposten, gern auch zweite Reihe, für ihre Honoratioren abfallen.  Mit Wittke ist die Sozi-Ordnung in NRW wieder hergestellt, was angesichts der Entscheidung für Röttgen eh zu erwarten war.

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