Da kann die Bild noch lernen: „Herzpunkte“ als Maß für staatliches Gaga-TV

Swingerclub-Szene aus dem Film Elementarteilchen: Noch mehr staatsmediale Herzpunkte hätte es gegeben, wenn Kinder dabei wären

Die Live-Reportage des SWR aus einem Swinger-Club war kein Ausrutscher. Sie fügt sich vielmehr in eine stringente Logik und einen langfristigen Plan. Meedia enthüllt, dass der SWR 2006 ein Strategiepapier verabschiedete, das seiner Landesschau mit „Herzpunkten“ zu Popularität verhelfen sollte. Unter „Herzpunkte“ muss man sich eine Liste von sieben Attributen und Thematiken vorstellen, denen die Planer des Staatssenders für die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz regelrechte Wunderwirkung zusprechen. Einer dieser Herzpunkte nennt sich „Sex & Crime“. Ein anderer heißt „Kinder“. Je mehr Herzpunkte ein Beitrag anspricht, desto besser, heißt es in dem Papier. Die Live-Reportage aus dem Swinger-Club soll zudem intern damit gerechtfertigt worden sein, man müsse mehr die „Mitte der Gesellschaft“ ansprechen.

Damit ist folgendes glasklar:

  • Verantwortlich sind nicht allein irgendwelche durchgeknallten Redakteure, sondern auch ihre Abteilungsleiter, die Intendanz, der Rundfunkrat und die Parteien, Gewerkschaften und Kirchen, die ihre Vertreter dorthin entsenden. Ein Strategiepapier schreibt keine untere Charge, es kommt von oben.
  • Das Bild dieser Leute von der „Mitte der Gesellschaft“ ist ein Zerrbild. Die „Mitte der Gesellschaft“ wird offensichtlich als verblödete Masse gesehen. Offensichtlich ist der maximale Herzpunkt der Verantwortlichen nichts als Zynismus.
  • Lustigerweise sind ausgerechnet viele Staatsfunk-Bedienstete ganz groß darin, Boulevard-Zeitungen, voran die Bild, als klischeehafte Volksverdummer und Sensationsmeier abzuwatschen. Jeglicher Kommentar dieser Leute über andere Medien wäre hiermit als Heuchelei entlarvt.

Dass die SWR-Spitze jetzt plötzlich „blankes Entsetzen“ über den Swingerclub-Beitrag äußert und Senderchefin Simone Sanftenberg den Beitrag als „Katastrophe“ und „völlig inakzeptabel“ bezeichnet, ist daher einfach dreist. Entweder ist die Dame derart unfähig, dass sie die Strategie ihres eigenen Ladens verpennt hat, oder sie ist einfach nur feige und unverschämt, wenn sie die eigene Verantwortung nach unten wegschiebt. Sie gehört für diese Katastrophe gefeuert, und nicht nur sie allein.

Außerdem wäre die Debatte arg verkürzt, würde sie sich jetzt allein auf den SWR und seinen Hang zum Swingerleben beschränken. Der Rest der Staatsfunkstruktur einschließlich ZDF fährt offenbar identische oder ähnliche Herzpunkte-Strategien. Wie anders wäre sonst der Reigen von schwachsinnigen Dummsendungen zu erklären, von Hallo Deutschland bis Brisant, von Inga Lindström bis zu sonstigen Schmonzetten. Die wortreichen Schwafeleien, mit denen Kurt Beck und Co. diese Vereine schönreden und ihnen ab 2013 eine Kopfsteuer als Zwangsfinanzierung zuschanzen, erscheinen da ebenfalls in einem zusätzlich trüben Licht.

  1. die vermarktung gewisserthemen genauso wie die bild es macht mit der erotick spalte um die hirne der jugend von kindheitsjahren an zu demuetigen und zu verderben ist ja nichts neues, nur wird immer wieder zum naechsten level genommen wie zb’die bild‘ sucht den neuen deutschen sex star.’dieser artickel ist sehr gut. das network ‚mtv‘ in den usa wird jetzt demnaechst vom hoechsten amtsgericht verklagt wegen der neuen show ’skin‘ denn die show vermarkted teenager mit fasst schon life sex.ich hoffe und bete das die bild verklagt wird wegen der erotikspalte und jede medien form die perversion zum positiven zu vermarkten versucht oder ein sodom und ghamorra wie einen swingerclub. zu foerdern.

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