Wahltag, 16.45 Uhr. Manche kennen das Ergebnis schon, aber eben nur manche

Heute ist Wahltag in Bremen. Demnächst ist Wahltag in Berlin. Letztens war Wahltag in Hamburg. Egal, wo gerade Wahltag ist, ist eines immer gleich: Eine kleine privilegierte Kaste kennt die Ergebnisse schon vorher. Das sind die, die dazugehören, nämlich die Spitzen der Parteien und die Spitzen der staatlichen Rundfunkanstalten. Alle anderen kennen sie nicht. Das sind die Wähler, der Souverän, diejenigen, deren Votum gezählt wird und denen unterstellt wird, sie würden irgendwie falsch wählen, wenn sie dasselbe wüssten wie die, die zum inneren Zirkel gehören, wobei der innere Zirkel natürlich zusammenhält und schweigt, auch, wenn er die Ergebnisse schon kennt. Außer gelegentlich. Da plaudert schon mal einer. Vielleicht war es auch ein Spinner, aus dessen Mund ich hörte, die SPD komme in Bremen auf 42 Prozent, die Grünen auf 22, die CDU auf um die 20 und FDP und Linke blieben unter fünf Prozent. Vielleicht aber auch nicht. Um 18 Uhr werde ich es erfahren, wenn die Wahllokale schließen und die Eingeweihten den Zeitpunkt für gekommen halten, das Volk zu informieren.

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18.10 Uhr. Nicht übel, diese Prognose.

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