Französische Abgründe: Macht, Medien, Manipulation

Was ist mit Frankreich los? Jetzt gibt es eine neue Posse, die Zweifel an der demokratischen Grundierung unseres westlichen Nachbarlandes weckt. Die französische Medienbehörde CSA hat Radio- und Fernsehsendern verboten, in ihren Programmen auf ihre Facebook- und Twitter-Präsenz zu verweisen.

Begründung: Solche Nennungen seien ein Verstoß gegen das Verbot von Schleichwerbung.  Das ist grotesk. Ebensogut könnte man verbieten, die nächste Show oder Nachrichtensendung zu teasen, weil auch das als eine Form von Werbung gesehen werden kann. Oder die Wirtschaftsberichterstattung, die ohne die Nennung von Firmennamen sinnlos ist.

Schlimmerweise wird in Frankreich ohnehin ständig darüber geredet, was man alles nicht dürfen soll oder will. Journalisten wussten schon lange von den gewalttätigen Eskapaden und Darkroom-Ausschweifungen Dominique Strauss-Kahns. Sie wussten auch schon lange von der Bettencourt-Affäre, in der es darum geht, dass eine schwer reiche Familie Nicolas Sarkozy und seine Partei geschmiert haben soll, damit das Finanzamt die Bücher nicht zu genau prüft. Berichtet haben sie wenig bis nichts. Woran das wohl gelegen hat?

Und ausgerechnet Sarkozy hat es zuletzt fertiggebracht, ein Gipfeltreffen mit Regierungschefs und den Köpfen der wichtigsten Internetfirmen einzuberufen, auf dem er massive staatliche Eingriffe ins Internet verlangt. Da kann einem Angst und Bange werden.

  1. Wirklich schlimm, leider aber auch bitterer Alltag in unserer Medienlandschaft!

Was denkst Du?