Wem in Berlin das Fahrrad gestohlen wird, der muss sich von der Polizei auch noch verspotten lassen
Man könnte fast vergessen, dass die Polizei dazu da ist, Diebe zu fangen. In Kreuzberg ist zurzeit offenbar eine professionelle Fahrrad-Klaubande unterwegs. In den letzten Tagen verschwanden allein aus dem Haus, in dem ich wohne, sechs Räder. Ein Opfer erstattete Anzeige und berichtete, die Beamten hätten sie für ihre Anzeige nur spöttisch belächelt. Als sie den Kaufbeleg für ihr Rad zeigte, das sie gebraucht für 100 Euro gekauft hatte, bekam sie zu hören, das sei ja kein besonders großer Verlust. Dann frage der sogenannte Ermittler, wo das Rad geparkt war. Im Hausflur, antwortete die Bestohlene. Darauf der Polizist: Da dürfe es sowieso nicht stehen, da blockiere es ja den Feuerwehr-Zugang. Da wären ein paar Fragen wohl angebracht: Hat die Berliner Polizei jetzt endgültig vor dem Massenphänomen Fahrraddiebstahl kapituliert? Und wenn dem so ist (es sieht ja so aus): Wäre es dann legitim, eine Privat-Polizei zu gründen, die den Job übernimmt, den die staatliche Polizei verweigert?
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