Der CCC-Trojaner ist ein Bayern-Trojaner

Update. Welche Landespolizei hat den Trojaner verwendet, den der Chaos Computer-Club am Wochenende der Öffentlichkeit enthüllte? Wie es aussieht: Die bayerische. Ob nur die bayerische oder noch eine andere bleibt noch unklar. Im Text von CCC-Sprecher Frank Rieger hieß es gestern, es könnten Behörden mehrer Bundesländer sein. Ebenso unklar ist, ob die CCC-Hacker nur eine Testversion untersuchten oder die aktuelle Generation des Bayerntrojaners. Die, so sagt der Sprecher des Innenministeriums in München, Rainer Hutka, verhalte sich gesetzeskonform.

„Die von uns eingesetzten Versionen ermöglichen nicht mehr, als nach dem Gesetz zulässig ist“, so Hutka. Dennoch habe das Ministerium beim Landesdatenschutzbeauftragten eine Überprüfung des Trojaner-Codes in Auftrag gegeben.

Bei dem Fall, den der CCC aufdeckte, handelt es sich offenbar um Ermittlungen wegen Drogenvergehen.

Der auf Internet-Recht spezialisierte Anwalt Thomas Stadler sieht dagegen Parallelen zu einem älteren Fall und hält den Bayerntrojaner für derart schwerweigend, dass die umstrittene Vorratsdatenspeicherung dagegen  „Kinderkram“ sei. Stadler weist darauf hin, dass die Ermittler sogar die Gerichte belügen würden, um ans Ziel zu kommen. Behauptet wird, man wolle Skype-Gespräche abhören. Tatsächlich werde der ganze Computer geöffnet, Screenshots fotografiert oder Mail-Entwürfe ausgespäht.

 

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