Papandreou und das F-Wort


Wer den Schaden hat… Volksabstimmung. Dann doch keine Volksabstimmung. Einheits-Notregierung. Dann doch keine Einheits-Notregierung. Der Krisentakt schlägt immer schneller. Bis am Ende doch alles zerfällt. Seit mehr als eineinhalb Jahren arbeiten die EU-Chefs daran, die Schuldenkrise, die in Griechenland dauereskaliert, zu bemänteln. Man kommt gar nicht mehr hinterher, so rasant taumeln die Staatsmänner und -frauen von Krisengipfel zu Krisengipfel. Man sollte den Versuch beenden, täglich hinterherzulesen, welchen neuesten Stand die Presseagenten der Regierungsstellen den eingebetteten Politik-Berichterstattern gerade in die Blöcke diktieren. Stattdessen wird es Zeit, das Thema von der kulturellen und ästhetischen Seite zu betrachten. Angesichts der berechtigten Wut scheint das F-Wort nicht gänzlich danebengegriffen, signalisiert es doch einen Bruch mit üblichen Höflichkeitsformen, die als Antwort auf die Gewissenlosigkeit der mit fremdem Geld um sich werfenden Akteure diskutabel scheint. Dass es im ersten Anlauf Papandreou trifft, scheint ebenfalls angemessen, schließlich hat kein Land (bzw. dessen Elite) gewissenloser gewirtschaftet – auch, wenn er jetzt als tragischer Held daherkommt. Als geläuterter Machtmensch, der am Ende das Richtige wenigstens versuchte und am Richtigen scheitert statt am Falschen.

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