Öffentlich-rechtlicher RBB hält Ken Jebsen für politische Bildung

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk erfüllt einen Auftrag in dreierlei Hinsicht: Information, Bildung und Unterhaltung. Ken Jebsen gehört definitiv nicht in die Kategorie Unterhaltung, das hat der RBB jetzt klargestellt. Also ist seine Sendung als Bildung oder Information gedacht – auch künftig, denn seine Schwadronier-Show bleibt im Programm von Radio Fritz. Programmdirektorin Claudia Nothelle begründet das in einer Pressemitteilung des Senders so:  „Ken Jebsen ist ein Moderator, der die jungen Hörerinnen und Hörer für Politik und Demokratie begeistern und sie zum Mitwirken anregen will“. In der Erklärung folgt dann ein etwas kryptischer Satz der Programmdirektorin: „Wir mussten aber leider erkennen, dass er in manchen Fällen die Grenze überschritten hat“. Welche Grenze, das behalten die RBB-Verantwortlichen für sich.

Auch Jebsen wird in der RBB-Verlautbarung zitiert, mit diesem Satz: „Allein meine Biographie und meine Herkunft sind mir Verpflichtung, mich mit meiner journalistischen Arbeit für Völkerverständigung, Frieden und Demokratie einzusetzen“. Sagt ein Hassprediger, der als Beleg für seine Tiraden niemals eine Quelle nennt, sondern ein simples „ist allgemein bekannt“ und den seine Fans dafür für investigativ halten.

RBB-Sprecher Volker Schreck sagte mir auf Nachfrage zu den antisemitischen Ausfällen und verschwörungstheoretischen Idiotien Jebsens: „Aber wir konzedieren schon, dass hier journalistische Standards einer gewissen Justierung bedürfen.“ Und: „Wir lassen hier niemanden auf den Sender, der Antisemit ist.“

Demnach ist es also offizielle Linie des RBB: An allen Übeln der Welt sind die CIA, die USA, Israel und das Kapital schuld. Und Ken Jebsen ist politische Bildung.

  1. gelegentlich

    Danke für diese flotte Information! Ein Alleinstellungsmerkmal. Schön, dass diese doch ziemlich stümperhafte Intrige gegen Herrn Jebsen nicht geklappt hat. Private Mails (falls die oft zitierte überhaupt solch eine war) zu veröffentlichen hat sich also nicht ausgezahlt.
    Ein guter Tag für dieses Land!

    • Du tust gerade so als hätte man Jepsen antisemitischen Äusserungen gefälscht. Die sind echt, nur kann der RBB darin nichts problematisches sehen. Schliesslich findet Herr Jepsen den Holocaust gar nicht gut und kann daher auch kein Antisemit sein. Auch wenn er meint, dass ein paar mächtige amerikanische Juden die Welt regieren und auch die Nazis erst auf dumme Gedanken gebracht haben.

  2. gelegentlich

    Kritisieren durch Verfälschen und Verbiegen bringt Niemanden weiter. Ein bißchen schwieriger ist es wohl schon, weniger durchsichtig sozusagen.
    Übrigens sagt Herr Broder er habe den RBB nicht aufgefordert die Sendung zu stoppen. Ich glaube ihm das übrigens. Die Intriganten/Blockwarte bei dieser krepierten Kampagne waren wohl Andere.

    • Noch mal: wo wurde da irgendwas verbogen und verfälscht? Wer sich hier eine Parallelrealität schafft bist doch wohl du.

  3. gelegentlich

    ,,Auch wenn er meint, dass ein paar mächtige amerikanische Juden die Welt regieren und auch die Nazis erst auf dumme Gedanken gebracht haben.“
    Das hier ist verbogen und verfälscht. Und so schlicht ist Ihr Gehirn nicht dass Sie das nicht wüßten. Zum Glück war diese Kampagne ein Rohrkrepierer, der die Namen der an ihr Beteiligten nachhaltig verunreinigt hat. Das ist keine Identifikation mit Herrn Jebsen. Aber viele Leute in diesem Land haben spätestens nach der sog. Lügilanti-Kampagne die Nase voll von kretinösen ,,Ich-mach-mit-Medien“-Figuren.

    • Nein ist es nicht, genau so verstehe ich Jebsen Text. Ich würde gerne wissen, was für eine Aussage der sonst haben soll. Für mich macht er anders überhaupt keinen Sinn.

  4. …gibt es eigentlich einen grund warum bei flattr „0“ steht? bei jedem artikel? kommen da keine zweifel? ist das nicht bitter herr lemmer?

  5. gelegentlich

    @Heiko
    Wie würde Ihr Leben aussehen wenn Jeder, mit dem Sie diskutieren, nicht mit Ihnen, sondern nur mit selbstgefertigten ins Groteske übersteigerten/verbogenen Pappkameraden redet? Jebsens Aussagen sind ja nicht ,,falsch“, aber erheblich differenzierter (Rolle von Bernays). Fazit: an Jebsens Aussagen mag Vieles antizionistisch sein. Antisemitisch sind sie nicht. Und eine Titel wie ,,Ken Jebsen: Demagogie und Antisemitismus auf GEZ-Kosten“ ist Demagogie und Schwindel pur. Das einzig wohl unstrittig Antisemitische lieferte ein neoliberaler Lümmel, zuerst bei ,,jetz.de“ (Süddeutsche), jetzt bei
    http://www.freitag.de/community/blogs/siegstyle/ken-jebsen-antwortet-broder
    zu besichtigen: jewrassic parc. Sicher kein Jebsen-Freund.

    • Die Satire des „neoliberalen Lümmels“ ist nicht antisemitisch, sondern eine Parodie auf die Gedankenwelt antisemitischer Verschwörungstheoretiker wie Jebsen. Ob sie ihm gelungen ist, ist eine andere Frage.

      Was ich an Jebsens Aussagen falsch verstehe haben Sie mir immer noch nicht mitgeteilt. Jebsens Aussagen für „differenziert“ zu erklären ist doch wohl ein Witz. Die tatsächliche Rolle von Bernays besteht darin, dass ihm laut eigener Aussage mal wer erzählt haben soll, dass auch ein Buch von ihm in der großzügigen PR-Bibliothek von Göbbels stand. Jebsen macht daraus, dass Goebbels von ihm „den Holocaust als Propaganda“ gelernt habe. Aus einer Anekdote am Rande wird ein bestimmender Einfluss auf Goebbels Propaganda. Das ist das Gegenteil einer differenzierten Darstellung, das ist Geschichtsklitterung. Was in dem Satz dann noch der Holocaust zu suchen hat, ist mir völlig schleierhaft. Da wäre ich an weiteren Ausführungen des Autors interessiert. Angesichts seines allgemeinen verschwörungstheoretischen Weltbildes schwant mir Übles.

      Und das nur zu diesem einen Satz – was er zu Kissinger, IBM, Standard Oil, der Herrschaft „der da oben“ und ihren Motiven beim Morden sagt, ist genauso grotesk.

  6. gelegentlich

    ,,…sondern eine Parodie auf die Gedankenwelt antisemitischer Verschwörungstheoretiker wie Jebsen.“
    Das ist keine Parodie, sondern nach meinem Dafürhalten das peinlichste Element des gesamten ,,Komplexes“. Schauen Sie einfach mal bei jetzt.de (Süddeutsche) wer das ist.
    Anschauungsmaterial!
    Jebsen ist kein antisemitischer Verschwörungstheoretiker. Die findet man eher im Umfeld von Broder: bei den ,,Islamkritikern“. Echter, ungeschminkter Wahn.
    Und das soll es dann auch sein. Schön, dass diese Kampagne ihren Urhebern und hilfreichen Wadenbeißern auf die Füße gefallen ist.

  7. Marxist und stolzer Proletarier

    Mir tun diese ganzen infantilen Verschwörungstheortiker a la Jebsen leid,die den ganzen Tag nur mit diesen lächerlichen Gedanken vertrödeln.Marxistische Dialektik ist etwas anderes.Dieser Schwachsinn von Jebsen ist nur etwas für verwirrte Wohlstandskinder,die den Hintern nicht hoch bekommen aber mit diesen Schwachköpfen läßt sich eh‘ keine Revolution machen.

  8. André

    @Heiko
    Willst du etwa abstreiten das Standart Oil (Rockefeller) Sprit an Nazideutschland verkauft hat? Oder das IBM die Lochkartenrechner für die Nazi KZs geliefert hat? Oder das Kissinger wegen seiner Beteiligung an Operation Condor, mit internationalem Haftbefehl als Kriegsverbrecher gesucht wird? Ich meine all das ist Geschichte nur wird es eben nicht in den Geschichtsbüchern in Deutschen Schulen gelehrt. Es gibt aber ausgezeichnete Historiker die sich dieser Thematik angenommen haben und Teils mehr als 20 Jahre an Recherchen in ihre Werke investiert haben. Ich denke mal auf dieses Wissen stützt sich Ken Jebson.

    Die Schuld an allem Übel in der Welt auf die USA, Israel und die CIA oder das Kapital zu schieben ist eben so falsch. Wer von euch jetzt Quellenangaben sucht der sollte sich zum Thema Kapital die werke von Jürgen Roth verinnerlichen oder aber Edward Griffin, Die Kreatur von Jekyll Island lesen. Diese Bücher sind vollgestopft mit Kopfnoten und Quellenangaben. Also lest und Bildet euch weiter, dann könnt ihr immer noch über Ken Jebson herziehen, oder aber euer Weltbild revidieren.

    • Ja will ich. Das sind die üblichen Viertelwahrheiten der Infokrieger. Standard Oil hat nicht Sprit geliefert, sondern hatte vor (!) dem Krieg Geschäftsbeziehungen mit der IG Farben die auch die Technik zur synthetischen Gewinnung von Benzin betrafen. IBM hat über ein deutsches Tochterunternehmen Lochkartenmaschinen für Volkszählungen etc. geliefert. Die standen aber nicht etwa in KZs, wozu auch. Ob Kissinger ein Kriegsverbrecher ist oder nicht ist völlig irrelevant. Ich bestreite, dass er die Vergasung von Juden als ökonomisches Problem bezeichnet hat und frage mich wie Jebsen auf die absurde Idee kommt, er sei ein „Führer der Juden“.

      Die entscheidende Frage ist doch aber, was haben diese Halbwahrheiten und Lügen bitte sehr mit der Verantwortung für den Holocaust zu tun? Der wurde von Deutschen aus Antisemitismus durchgeführt und nicht von Amerikanern oder gar Juden um ein dickes Geschäft zu machen. Eben das suggeriert Jebsen aber und daher ist er ein ekelerregender Antisemit.

      Die Lektüreempfehlungen sind auch aufschlussreich, Edward Griffin ist ein bekloppter Verschwörungstheoretiker und langjähriges Mitglied der John Birch Society. Und das sind schlicht Nazis. Über Jürgen Roths Bücher kann man diskutieren, wer sein Kopf mit Griffin vergiftet sollte dringend Kontakt zu Realität aufnehmen.

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