Das Spiel der Staaten mit den Schulden: Tilt. Game Over

War’s das jetzt endlich? Ist die Schuldenspirale jetzt ausgedreht? Sind 25.000 Euro Staatsschulden pro Bundesbürger das Limit? Oder zwei Billionen, bei denen der Staat insgesamt in der Kreide steht? Ist heute der Tag der Wende? Der Tag, an der ganz große Knall beginnt? Erstmals in ihrer Geschichte blieb die Bundesrepublik Deutschland heute auf Schuldscheinen sitzen, mit denen sie sich bei Investoren (Banken, Rentenfonds, Privatanleger) neues Geld pumpen wollte. Sechs Milliarden Euro sollte der Deal bringen. Es gab aber nur Gebote für 3,89 Milliarden. Die Rest blieb erstmal liegen.

Ja, vermutlich war’s das. Bis gestern war es eine Art europaweiter Konsens, dass die scheinbar unerschütterliche deutsche Bonität alle anderen Euro-Staaten raushauen könnte. Wobei: Konsens nur bei der Klasse der Politiker und Bürokraten.  Normalbürger und schwäbische Hausfrau wissen oder ahnen schon lange, dass irgendwann Schluss sein muss mit immer neuen Schulden. Dass es nicht gesund sein kann, wenn der Staat sogar jetzt, mitten im Aufschwung, immer noch nicht mit seinen laufenden Steuereinnahmen auskommt. Da mag man noch so sehr auf Gierbanker oder Ratinagenturen wettern – es sind die Schulden der Staaten, die die Krise ausmachen.

Und jetzt? Jetzt rückt offenbar der Zahltag näher. Der wird so aussehen: Die Notenbank EZB wird wie wild neue Euros drucken. Es wird tonnenweise Geld geben, das immer weniger wert sein wird. Das, was jeder hat, wird damit entwertet. Den Wert, den das Geld mal hatte, steckt der Staat weg und begleicht alte, einst wertvolle Schulden mit neuen, wertlosen Euros. Jetzt werden die unbezahlten Rechnungen der letzten 30 Jahre bezahlt.

Und danach werden wir sehen, wie es weiter geht.

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