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Disziplinarverfahren gegen Rechtsmediziner, der die Leiche von Amy Winehouse von seiner Ehefrau obduzieren ließ

Amy Winehouse (†27) während eines Konzerts in New York 2007

Auch Rechtsmediziner sind nur Menschen. Der eine denkt sich eine irre PR-Geschichte aus und behauptet, er habe die tote Rosa Luxemburg in seinem Institut herumliegen sehen. Die andere befindet, ein Ermordeter sei mit einem Messer erstochen worden, und als der Tote vom Seziertisch gehoben wird, findet sich da überraschend eine Pistolenkugel. Und jetzt ist ein britischer Kollege darüber gestolpert, dass er die Leiche der Sängerin Amy Winehouse von seiner Ehefrau obduzieren ließ. Das meldet die „Sun“. Der Mann heißt Andrew Scott Reid und leitet bisher die Coroner-Station Nord-London. Verheiratet ist er mit der Krankenschwester Suzanne Greenaway. Die möchte gern beruflich weiterkommen und den Rang einer „qualifizierten medizinischen Praktikerin“ erlangen, wofür ihr noch zweieinhalb Assistentenjahre fehlen. Darum darf sie noch nicht, was sie tat. Der Fall ist auch deshalb arg, weil Frau Greenaway nicht nur Amy Winehouse obduzierte, sondern weitere 30 Leichen. Das könnte insofern Ärger bedeuten, als Gerichte auf Grundlage ihrer Gutachten Urteile gesprochen haben könnten. Die aber wären im Licht ihrer fehlenden Ausbildung ungültig. Die Behörden ermitteln. Coroner Reid wurde vorerst beurlaubt. Ihm droht die Entlassung. Immerhin reagieren die britischen Behörden – deutsche Ämter sind da nicht so pingelig.

Foto: Daniel Arnold via wikipedia

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