#Amazon, #Ebay, #Zalando: Wie Staat und Händler-Lobby gegen die Verbraucher kämpfen

Gerade in der Apotheke gewesen. Arzt hat mir ein Allergiemittel verschrieben. Nicht irgendeine Apotheke, sondern Hauptbahnhof in München. Die Apothekerin sagt: Haben wir nicht, müssen wir bestellen. Neulich bei Rossmann gewesen. Zeckenhalsband für die Katze. Hatten sie nicht. Von Buchhändlern, die immer genau das Buch gerade nicht haben, das ich kaufen möchte, fange ich besser erst gar nicht an. Und die Lage auf dem Klamottensektor in vermutlich nicht nur jeder bayerischen Kleinstadt ist auch nicht berauschend. Mir langt‘s. Ich kaufe ab sofort alles im Internet, was ich im Internet bekomme. Bis auf frische Lebensmittel, wo‘s mit Online-Bestellungen noch hakt, also alles.

Es ist mir egal, ob ich in der Zeitung lese oder in der ARD sehe, dass Amazon angeblich böse sei. Ich weiß, dass die alten Medien ihre Lobbys nicht weniger aktiv mobilisieren wie Einzelhändler und Apotheker. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die Politiker aller Parteien den Lobbys folgen. Dass der Online-Apothekenhandel massiv eingeschränkt ist. Dass Politiker aller Parteien das Lied von der angeblichen Verödung der Innenstädte anstimmen. Dass allerorten sogenannte Standortpolitik betrieben wird, die uns Kunden zwingen soll, das Geld beim Laden um die Ecke auszugeben, und zwar dann, wann die Politiker meinen, dass ihrer Ansicht nach unsereiner einzukaufen hat. In Bayern also spätestens bis 20 Uhr.

Sämtliche Gesetze und Reden dieser Art sind vor allem eines: Ein Kampf gegen mich und alle anderen Bürger, die eher Kunden als Händler sind. Wir sollen mit amtlichem Segen akzeptieren, dass die Parfümerie um die Ecke die gewünschte Creme erst zwei Wochen nach Bestellung liefern kann, während sie beim Online-Kauf nach zwei Tagen gebracht wird. Wir sollen hinnehmen, dass Tante Emma, Super- und Mediamarkt mehr Geld für dasselbe Produkt aufrufen als die Amazon-Händler. Wir sollen uns für die hässliche Jeans entscheiden, weil von der schönen Jeans leider die passende Größe nicht in Regal liegt. Warum sollten wir das tun, wenn Zalando die richtige Passende hat und kommentarlos zurücknimmt, wenn sie doch nicht gefällt?

Mir langt‘s. Mir langen vor allem die Politiker, die sich anmaßen, mein Konsumverhalten bestimmen zu müssen. Mir langt ganz besonders die FDP, die so tut, als sei sie für die Marktwirtschaft, außer, es geht um Apotheker. Das finde deshalb besonders heuchlerisch, weil Apotheker einerseits die teuersten Einzelhändler von allen sind, andererseits in jeder Einkaufsstraße die ersten, die am Abend zusperren. Die haben‘s nicht nötig. Ich will keinen Händler mehr ertragen, der glaubt, er habe es nicht nötig und mir das auch zeigt.

Und ich will keine Politiker mehr, die Gesetze für solche Händler machen statt für die Mehrheit der Wähler.

Was denkst Du?