Warum gibt’s im Netz weniger fürs GEZ-Geld als im TV?

Ich musste erst herumsuchen, bis ich endlich das Jahrhundert-Tor dieses Paderborner Spielers namens Stoppelkamp gesehen habe. Ich dachte eigentlich, auf der Sportschau-Webseite müsste ein Video davon zu sehen sein, denn die Sportschau ist doch bekanntlich die große, wichtige Sportsendung der ARD, und wie jedermann weiß, ist die Sportschau ja auch immer die erste Anlaufstelle, wenn man sich nach dem Spieltag die Zusammenfassungen anschauen möchte. Beziehungsweise: Früher, als ich noch einen Fernseher besaß, war das so.

Im Netz kann man sich die Sportschau jedenfalls nicht angucken. Da gibt’s nur Links zu einigen wenigen Beiträgen. Wer die anhand welcher Kriterien ausgewählt hat ist etwas undurchsichtig. Zum Paderborn-Spiel mit dem Jahrhundert-Tor gibt’s auch einen Link. Der führt – Überraschung! – aber nur zu einen Presseangebot. Anders kann ich das nicht nennen, denn untypischerweise für eine Rundfunkanstalt gibt’s dort kein Video, sondern nur Text und Fotos. Gelesen hatte ich aber schon anderswo über das Tor. Jetzt wollte ich es auch sehen. Ich meine damit: Ein Video sehen.

Ich habe dann per Twitter und Facebook nachgefragt, ob jemand eine Fundstelle kenne, und ja, es gab das Video auf Youtube und bei einem Sportanbieter aus England namens Squawka (Dank an Andrea und Marc). Wie es aussieht habe ich das Paderborn-Tor bei der ARD keineswegs übersehen, vielmehr existiert es dort einfach nicht.

Auch die Tagesschau zeigte das Tor nicht, jedenfalls nicht im Netz. Stattdessen war eine Art Pausenbild eingeblendet, während in der Tonspur ein Sprecher das Tor bejubelte, das ich auch gern gesehen hätte.

An dieser Stelle fällt mir der Streit um die GEZ-Gebühr ein, die wir neuerdings „Rundfunkbeitrag“ nennen sollen. Diese Gebühr ist ja deshalb keine Steuer und wird darum von Gerichten als rechtens erachtet, weil sie „als Gegenleistung für die grundsätzliche Möglichkeit des Rundfunkempfangs erhoben“ werde, wie es auf der von der ARD eingerichteten Seite rundfunkbeitrag.de heißt.

Frage: Ist es eigentlich angemessen, wenn TV-Konsumenten mehr Inhalte angeboten bekommen als Online-Zuschauer? Online-Zuschauer also im Vergleich zu TV-Konsumentn ein eingeschränktes Angebot erhalten? Obwohl alle dasselbe zahlen müssen, und alle mit derselben Begründung? Ist zufällig ein Anwalt in der Nähe, der sich mit sowas auskennt?

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