Geht’s wirklich um Kinder? Oder um Papst und Kirche?

Wäre es um die Interessen von Kindern in Deutschland im großen und ganzen gut bestellt, dann wäre die Lautstärke vielleicht angemessen, mit der alle möglichen Akteure auf Papst Franziskus‘ Aussetzer über würdevolle und weniger würdevolle Haue für Kinder reagierten. Ein Land, in dem die alleinerziehende Mutter zum Ideal und die Patchworkfamilie zur Idylle verklärt werden ist aber kein besonders tolles Land für Kinder. Diese Modelle sind bestenfalls die beste aller schlechten Lösungen für ein Kind. Ich weiß, man darf das nicht so deutlich sagen, weil es Trennungseltern ein schlechtes Gewissen machen könnte. Na und? Wann, wenn nicht nach einer Trennung, unter der Kinder stets und immer leiden, sollte man sonst ein schlechtes Gewissen haben? Da sind immer zwei, die versagt haben. Wer da kein schlechtes Gewissen hat der hat gar keins. Und er hat auf dem Gewissen, dass er sein Kind traumatisiert, Verlustängste schürt und die Kinderseele verletzt. Man mag das als reine Privatsache abtun, aber das ist es natürlich nicht. Es ist der Preis, den Kinder für die individuelle Selbstverwirklichung von Männern und Frauen bezahlen, weil sie die schwächeren sind und nicht gefragt werden, sanktioniert von Staat und Politik. Wer den Papst für seine Wortspende tadelt sollte sich über seine Motive im Klaren sein: Geht’s wirklich um die Kinder oder geht’s um allfällige Kritik an Papst und Kirche?

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