Respektieren wir den Wählerwillen – und lassen die Griechen ziehen

Griechenland bandelt neuerdings mit Russland an. Putin soll der klammen Regierung aushelfen. Das wird er bestimmt gerne tun. Die Reaktionen sind voraussehbar bzw. jetzt schon zu besichtigen. Der Westen wird sich genervt bis empört geben. Aber warum eigentlich? Die Griechen haben gerade erst ihre neue Regierung aus Links- und Rechtsradikalen gewählt. Wenn diese Regierung ein paar grundlegende Dinge anders regeln will als ihre Vorgänger, dann hat sie dafür das Mandat des Souveräns. Was regen wir uns also auf?

Stattdessen sollten wir Griechenland ziehen lassen. Mit dem Westen hat die neue Athener Regierung ersichtlich nichts am Hut. Möge sie also dem Mehrheitswillen folgen und sich Russlands Eurasien anschließen. Die Folgen für den Westen wären überschaubar, falls denn überhaupt etwas zu spüren wäre. Merkel und Co. sollten aufhören, kindische Kategorien wie “Gesichtsverlust” zur Maxime ihrer Politik zu machen.

Nebenbei würden wir all denen den Wind aus den Segeln nehmen, die dem Westen immer imperialistische Motive unterstellen, etwa beim Streit um die Ukraine. Dass das Blödsinn ist bestreiten die Putin-Freunde ja nicht deshalb, weil sie es nicht besser wüssten, sondern deshalb, weil sie sich ihre antiwestlichen Ressentiments partout nicht nehmen lassen wollen. Der Westen hilft der Ukraine, weil der Volkssouverän sich dort mehrheitlich für den westlichen Kurs entschieden hat. Und es ist westliche Doktrin, demokratischen Willen zu respektieren statt Geopolitik am Kartentisch zu betreiben.

Ganz gleich, was der Souverän sich wünscht, ganz gleich, ob in der Ukraine oder in Griechenland.

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