ARD und ZDF: „Das Geld ist bei uns knapp“. Ach ja? Bei mir auch.

Ist das Mut? Sind die einfach wahnsinnig? Oder bin ich der Wahnsinnige? Und wie komme ich auf diese Fragen? Es liegt an diesem einen Satz, den NDR-Intendant Lutz Marmor in seiner Sendung „ARDcheck“ (merkwürdige Schreibweise vom Original übernommen) sagte:

„Das Geld ist bei uns knapp.“

Nein, ist es bei denen nicht, außer, der Irre bin ich. Sollte ich nicht der Verrückte sein, dann kann dieser Satz nur einer Parallelwelt entstammen, die weder mit mir noch mit dem Rest der Menschheit zu tun hat. Unter „knapp“ verstehen die etwa, dass Marmors Mitdiskutant vom WDR, Tom Buhrow, ein Intendantengehalt von 367 000 Euro jährlich einstreicht und damit rund 100 000 Euro mehr als die Bundeskanzlerin. Diesen Umstand kommentierte Buhrow in besagter Sendung lässig so, dass die Kanzlerin halt unterbezahlt sei.

Dieser Satz wäre jedem sonst um die Ohren geflogen, nur eben nicht einem Häuptling des meinungsmächtigen ARD-Kartells. Der kann sich das leisten, weil er es ist, der Meinung macht. Keine andere Medienorganisation beeinflusst die öffentliche Meinung stärker als das öffentliche-rechtliche System.

Woher ich das weiß? Ganz einfach: Die ebenfalls aus GEZ-Gebühren Rundfunkbeiträgen finanzierte bayerische Medienbehörde BLM hat es empirisch erforscht – Quelle: hier (vorspulen bis Seite 21).

  • Demnach kommen ARD und ZDF zusammen auf 29,6 Prozent der Meinungsmacht in Deutschland.
  • Auf Platz 2 folgt immer noch nicht die gern von ARD und ZDF als Kampagnentreiber geschmähte Bild-Zeitung, sondern die Bertelsmann-Gruppe (12,4 Prozent, vor allem dank RTL).
  • Der Axel-Springer-Verlag kommt erst auf Platz 3, mit schlanken 8,5 Prozent (da sind Bild und Welt schon zusammengerechnet).

Das ist derart ungesund, dass der pathologisch klingende Befund „Wahn“ durchaus angemessen erscheint. Das Bild, das die Öffentlichkeit sich macht, wird nicht dort gezeichnet, wo die Überschriften mit den großen Buchstaben ausgetüftelt werden sondern da, wo jede Sendeminute aus politischen oder gesellschaftskritischen Motiven zusammengebaut ist, vom Tatort mit seinen manchmal hanebüchenen politischen oder antikapitalistischen Plots bis zum inzwischen eingestandenermaßen verzerrten Flüchtlingsbild quer durch alle Nachrichtensendungen oder der Kanzlerinnenverehrung der Anne Will.

Noch ungesünder ist, dass all das unter politischer Aufsicht geschieht und jegliche echte (sprich: externe und unabhängige) Kontrolle ausgeschlossen ist, denn Politik und Anstalten sind zwei Seiten derselben Medaille. Von daher schon verständlich, wenn Tom Buhrow sich ein höheres Gehalt für die Kanzlerin wünscht – auf der meinungsstarken Bühne der eigenen Anstalt.

Was denkst Du?