Yessay

Wenn mobile Datenübertragung auf dem Papier wunderbar funktioniert. Auf dem Papier.

Ich hatte mal wieder eine Gelegenheit genutzt und der Telekom bescheinigt, dass ihre Jubel-PR-Sprüche ein bisschen unangebracht sind, solange ihr mobiles Netz in einer der Boomregionen Deutschlands gefühlt mehr als Löchern denn aus Verbindung besteht. Mir ging es um die Netzverbindung entland der beiden Bahnstrecken zwischen München und Rosenheim. Ungewohnterweise kam diesmal eine Antwort, die tatsächlich mit der Sache zu tun hatte, nämlich diese:

Mal abgesehen davon, dass das Wörtchen „größtenteils“ auslegungsfähig ist – hier jetzt konkret und nachprüfbar die Bahnhöfe und Streckenabschnitte, an denen es Probleme gibt:

Hauptstrecke via Grafing-Bahnhof:

  • Grafing-Bahnhof nur temporär schwaches LTE, meist nur schwaches G3 oder E, manchmal gar kein Datennetz. Im Zug auf der Vorüberfahrt: Weiträumig zu beiden Seiten von Grafing-Bahnhof kein Datennetz, manchmal gar kein Netz.
  • Zwischen Grafing-Bahnhof und München: Weite Strecken ohne oder nur mit instabiler Datenübertragung.
  • Ostermünchen, Großkarolinenfeld: Auf den Bahnsteigen Netz vorhanden, bei der Vorüberfahrt im Zug nur sporadisch. Ständig Verbindungsabbrüche.
  • Zwischen München Ost und München Hauptbahnhof: Völlig unvorhersehbar, wie das Netz da wann funktioniert. Vorhersehbar ist freilich, dass es nie durchgehend funktioniert. Sprachanrufe sind im Zug zwischen München Ost und Hauptbahnhof grundsätzlich nicht möglich, da permanent unterbrochen. Wohlgemerkt: Mitten in München. Ist, glaube ich, die drittgrößte Stadt Deutschlands. Und irgendwo der Zahlmeister der Republik.

Mangfalltalbahn:

  • Kein Netz zwischen Kolbermoor und Aibling Kurpark. Und zwar restlos nix, weder Telefon noch Daten, und zwar nicht nur manchmal nicht. Da ist gar nichts.
  • Kein Netz zwischen Bruckmühl und Westerham.
  • Kein Netz im weiten Umkreis von Kreuzstraße. Und zwar null und  nix. Verbindung steht erst wieder unmittelbar vor Westerham bzw. Holzkirchen.
  • Instabile Wackelverbindung auf dem größten Teil der Strecke bis Deisenhofen.
  • In Deisenhofen: Kein Datennetz, meist auch kein Sprachnetz. In Deisenhofen!!! Das ist jetzt keine Millionenstadt, aber ein Ballungsgebiet unmittelbar vor München.

Insofern ist die Antwort mit dem „größtenteils“ vielleicht nicht ganz falsch, aber auf keinen Fall ganz richtig. Und der Zustand der Netzanbindung ist definitig nicht akzeptabel. Und die Antwort mit dem „größtenteils“ klingt erschreckenderweise eher so, als fände die Telekom das alles trotzdem ganz okay und plane keineswegs, die Löcher irgendwann zu stopfen. 

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