Nicht reich genug fürs eigene Haus? Was SPD, Grüne und Gewerkschaften damit zu tun haben

In kaum einem anderen Land schaffen es weniger Menschen, eines Tages in den eigenen vier Wänden zu leben als in Deutschland. Und besonders aussichtslos ist die Lage für junge Menschen zwischen 25 und 45 Jahren. So lautet das Fazit einer Studie des Pestel-Instituts, über die zum Wochenende in mehreren Zeitungen berichtet wurde. Zitiert wird dabei auch Instituts-Chef Matthias Günther mit folgender Ursachenanalyse:

Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig.

Die naheliegende Frage lautet also: Warum stellen Firmen trotz dauerhafter Hochkonjunktur in Deutschland seit Jahren nur ungern unbefristet und fest neue Leute ein? 

Die Antwort lautet: Es liegt am gesetzlichen Kündigungsschutz in Deutschland. In keinem anderen Land macht es der Staat Firmen so schwer, sich von Mitarbeitern zu trennen. Das geht nur, nachdem nachgewiesen ist, dass der Mitarbeiter nicht anderswo verwendet werden kann und außerdem nach gesetzlich vorgeschriebener Sozialauswahl. Das klingt sozial, ist in Wahrheit aber bürokratisch geregelte Ungerechtigkeit. Sogar die bei Linken ansonsten beliebte OECD kritisiert das. Kein einziges Land dieser weltweiten Organisation leiste sich so viel und so radikalen Kündigungsschutz. Wer aber damit rechnen muss, dass jede Festanstellung eine längere Beziehung als eine durchschnittliche Ehe begründet, der überlegt sich das vorher gut.

Übrigens drückt sich auch das Pestel-Institut um die Ursachenklärung und bedauert stattdessen vermeintlich fehlende staatliche Unterstützung – also der typisch sozialistische Reflex auf jede denkbare Problemstellung. Es war sicher auch kein Zufall, dass das Pestel-Institut seine Studie in den Räumen einer Gewerkschaft der Öffentlichkeit präsentierte. Aber das heißt nicht, dass der Befund verkehrt wäre.

Er ist es nicht, ganz im Gegenteil. Aber die Schuldigen sind die, die immer alles gut meinen, de facto aber alles vermasseln.

  1. Thomas Küchenmeister

    Wenn es keinen Kündigungsschutz gäbe, wäre ein unbefristeter Arbeitsvertrag auch nicht sicherer als ein befristeter. Damit wäre auch mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag kein Immobilienkredit zu bekommen. Das ist also keine Alternative.

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