„Rechter, schwuler Spahn“: Grüne provozieren wie AfD und wollen es hinterher anders gemeint haben

Die Grünen waren schon immer eine dubiose Partei, mit komischen Berührungspunkten nach links wie nach rechts. Jetzt erweist sich, dass dort auch eine manipulative Propagandamethode vorkommt, die Grüne sonst gern der AfD vorwerfen: Provozieren, denunzieren, überspitzen und es hinterher nicht so gemeint haben. Allerdings haben sich die Grünen zugleich einen derart ausschweifenden Phrasenkatalog verpasst (gemeinhin als politically correct / gendergerecht / diskriminierungsfrei / etc. betitelt), dass sogar erfahrene Politiker/*_(I)innenen wie Helga Trüpel ausrutschen und ihre wirklichen Gedanken hinter ihrer Wortfassade blicken lassen.

Trüpel sagte und räumte auch schriftlich ein, sie habe Wirtschaftsstaatssekretär Jens Spahn von der CDU als „rechten, schwulen Spahn“ bezeichnet. In ihrer Selbstkritik nannte sie ihre Formulierung einen Fehler, weil (Syntaxfehler im Original):

“Ich hätte sagen müssen und wollen, dass Jens Spahn, obwohl er schwul ist, rechte Gesellschaftspolitik macht, was ich deutlich kritisiere. Bei einem Schwulen könnte frau und man ja hoffen, dass er aufgrund seiner eigenen Differenzerfahrung, mitfühlender bei Flüchtlingen und MigrantInnen wäre. Das ist Jens Spahn aber nicht. Das habe ich kritisiert. Ich habe nicht kritisiert, dass er schwul ist.“

 Doch, hat sie eben sehr wohl, und zwar auf hinterhältige Art und Weise. Frau Trümpel verbindet schwul mit politischer Gesinnung, als habe das eine mit dem anderen zu tun. Der Schwule, wie Frau Trümpel ihn gern hätte, hat links und mitfühlender bei „Flüchtlingen und MigrantInnen“ zu sein. Nur dann ist er ein guter Schwuler. Ein Schwuler, der dagegen konservativ, liberal, fortschrittlich, technikaffin oder fleischessend ist, passt nicht ins Bild. Ein Schwuler, der „rechts“ ist, für Grüne der Obergriff für Nazi, AfD, CSU und nunmehr auch Jens Spahn, geht also gar nicht. Schwul darf nur sein, wer nach grünem Dogma links  ist. Jens Spahn hat sich in den Augen der grünen Hetera Trümpel also doppelt schuldig gemacht: Er ist „rechts“, und das als Schwuler. Wie kann er nur!

Jetzt jammert sie, ihre Formulierung sei „nicht gut genug“ gewesen, um ihre Ansicht ohne Missverständnis rüberzubringen. Aber das ist wirklich geheuchelt. Sie kommt nicht um die Tatsache herum, dass sie Spahn als Schwulen kritisiert hat. Hätte sie Spahns sexuelle Orientierung nicht meinen wollen, hätte sie sie nicht erwähnt. Sie erwähnte sie aber. Wie sie das tat ist völlig egal. Sie kann gern noch ein paar weitere Seiten Selbstkritik verfassen. Sie sagte und meinte, was sie sagte, und ihr Schreiben macht die Sache nur noch schlimmer.

Typisch grün ist daran auch ihre Selbstüberhöhung zu einer fast gottgleichen Figur. Sie lasse aus Reue jetzt zwar ihre Parteimitgliedschaft „ruhen“, schreibt sie. Aber ihr fantastisch bezahltes Mandat als Europaabgeordnete will sie behalten. Das natürlich aus purer Selbstlosigkeit. Sie sei beim Weltverbessern halt unersetzlich und habe noch dringende Dinge zu erledigen (Fehler im Original):

„Ich will noch erreichen, dass die digitalen Monopole wie Google und Facebook in der EU Steuern zahlen und für urhebergeschützte Inhalte von JournalistInnen und KünstlerInnen lizensieren und damit bezahlen müssen, ohne Free linking und Grundrechte im Netz abzuschaffen.“

Sprechen wir jetzt lieber nicht davon, dass schon die Nennung zweier konkurrierender Firmen – wenn schon – für ein Oligopol spricht und nicht für ein Monopol. Sprechen wir auch nicht davon, dass das Europaparlament nicht eigentlich über das Urheberrecht entscheidet, sondern die nationalen Parlamente. Oder davon, dass die grüne Fraktion im Europaparlament eine sogar im Vergleich zu Landtags- und Bundestagsfraktionen schwätzerische, utopistische und undemokratische Kadertruppe ist.

Sondern sprechen wir davon, dass es typisch grüne Heuchelei ist, persönliche Geld- und Machtgier als altruistische Höchstleistung zu verkaufen, ohne, dass jemand lacht. 

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