Oh mein Gott! Jetzt wärmt auch noch das eigentlich seriöse Handelsblatt eine längst widerlegte Verschwörungstherie über das Corona-Virus neu auf. War’s doch ein Laborunfall? Entsprang das Virus, das jetzt die Welt stillstehen lässt, einem Experimentierlabor in Wuhan? Huuu Huuu! US-amerikanische Diplomaten, also Vertreter der Macht, die in Deutschland seit den 1920er Jahren als globaler Bösewicht gilt 1, behaupten das! Shocking! „Die Frage ist, ob es mehr als eine Verschwörungstheorie ist“, schreiben die beiden Autoren des Handelsblatt-Artikels. Nein, ist es nicht. Die Frage ist, warum Ihr jetzt auch diesen Unsinn verzapft.

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Lange, sehr lange sah es so aus, als sei das Radio als einzige traditionelle Mediengattung vor der digitalen Disruption gefeit. Zeitung und Fernsehen mochten Reichweite und Umsatz an Onlinemedien verlieren, das Radio gewann Jahr um Jahr ein bisschen dazu. Jetzt könnte es dafür knüppelhart kommen. Laut aktueller MA verlor Radio bundesweit über alles gerechnet 3,1 Prozent. Zugleich trudelt ein Teil der Radiobranche – der private, der ohne Gebühren wirtschaftet – in schiere Existenznot. Das wird Konsequenzen haben. Die kumulierten Effekte von Medienpolitik und Coronakrise lassen die ohnehin längst übermächtigen Gebührenanstalten nach dem Monopol greifen.

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Vor der Eisdiele stehen die Menschen in zwei Schlangen, und zwar exakt auf den Positionen, die der Wirt mit Klebeband auf dem Vorplatz markierte. Zwei Meter Abstand, was in Bayern nach zuvor 1,5 Metern und davor einem Meter derzeit das Maß der Dinge zu sein scheint. Ein Polizeiauto fährt vorüber. Aus dem Lautsprecher sagt ein Beamter durch: „Halten Sie die vorgeschriebenen Abstände ein“. Der Fahrer gibt zugleich Gas, als wüssten die Beamten, dass der Auftritt eher peinlich wirkt und schnell Distanz gewinnen wollten. Über die Nützlichkeit der Durchsage dürfte in seuchenhygienischer Hinsicht zu streiten sein.

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