CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe den Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen gefordert, meldeten die „Zeitungen der Funke-Mediengruppe“. Stimmte aber nicht, tickerte es zurück, oder wenigstens nicht so ganz. Tja, dumm gelaufen. Die vermeintliche Story über den vermeintlich von AKK gewünschen Parteiausschluss Maaßens taugt nur für eines, dafür allerdings richtig: Beispielhaft zu zeigen, wie die Symbiose aus Politikern und Politikjournalisten funktioniert.

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Greta-Jünger in Erlangen – wissen sie, was sie tun?

Sie habe ein Buch aus der Bücherei gelesen, erzählte meine kleine Tochter, in dem es um ein großes Schiff ging, das Öl transportiere. Das Öl sei ausgelaufen und alle Vögel seien gestorben. Ich antwortete, dass so etwas auch in echt schon passiert sei. Allerdings könne ich mich nicht erinnern, wann zuletzt. Kann sich irgendjemand noch an eine katastrophale Ölpest erinnern? Entweder haben alle Medien wie auf ein geheimes Zeichen aufgehört, über solche Vorfälle zu berichten, oder es gab schon längere Zeit keine mehr.

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Der NSU-Mord in Kassel ist einer der zwei, deren gerichtlich festgestellter Ablauf derart unglaubwürdig klingt, dass man daran verzweifeln könnte. Rein zufällig war zur Tatzeit ein Beamter des Verfassungsschutzes am Tatort. Er hätte eigentlich mitten ins Feuer laufen müssen, aber stattdessen will er nicht das Geringste bemerkt haben, auch nicht die Leiche des vermutlich Sekunden vorher erschossenen Hallt Yozgat, die zusammengesackt hinter exakt dem Verkaufstresen lag, über den der Beamte sich suchend gebeugt haben und dann zwecks Bezahlung eine Münze hinterlassen haben will. 

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Die Belange der Alten in jedem Punkt der Tagesordnung. Die Belange der Jungen dagegen kompakt zusammengefasst nur in einem kurzen Bericht ohne jegliche Nachfrage oder Debatte. Vielleicht fällt das niemandem mehr auf, aber die Überalterung der Bevölkerung wirkt längst auf die gesamte Politik. Das erkennt man an den Gesetzen aus Berlin, das erkennt man auch im Stadtrat von Bad Aibling (und vermutlich jeder kommunalen Vertretung in Deutschland).

Stadtratssitzung, Tagesordungspunkt 1. Die Polizei wirbt um Zustimmung des Stadtrats für die Einrichtung einer Sicherheitswacht. In der sollen Freiwillige ehrenamtlich tätig sein und uniformiert auf Streife gehen. „Unsere Augen und Ohren“, sagt einer der Polizeiführer, das „Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung“. Es gehe darum, das Sicherheitsgefühl zu verbessern und sichtbarer zu sein. Viele Nachfragen der Stadträte und einige wenige kritische Anmerkungen. Es geht um das Radfahrverbot im Kurpark und dass Sicherheitswachtler hier aufpassen könnten. Oder um feiernde Jugendliche und liegengelassene Bierflaschen. Mit fällt erst später auf, dass schon dieser Tagesordnungspunkt Belange der Alten gegen Junge verhandelt. Der Stadtrat stimmt der Einrichtung der Sicherheitswacht mit großer Mehrheit zu. Weiterlesen

Die vielleicht schlimmste Sendung zur Europawahl habe ich im Radio gehört, auf B5 Aktuell eine Woche vor dem Wahltermin. Es war eine Talksendung. Zugeschaltet war der ARD-Hörfunkkorrespondent in Brüssel, Holger Romann. Der schalt die Wähler und nahm die Institutionen in Schutz. Es war eine unterirdische Vorstellung. Der dollste Satz des ARD-Mannes lautete:

Der Wähler hat eine Bringschuld.

Tatsächlich: Das hat er wörtlich so gesagt. Möglicherweise sieht man das in den feineren Brüsseler Kreisen so. Es ist ein Satz aus einer fernen Welt, in der bürokratischer Adel (Funkbeamte eingeschlossen) die Geschicke lenkt. Es ist auch sehr einfach, die chronisch niedrige Wahlbeteiligung bei Europawahlen oder die hohen Ergebnisse für absonderliche Splitterparteien den blöden Wählern anzuheften. Einfacher jedenfalls, als mal mehr in die Debatte zu werfen als das übliche Kleinklein (Subventionen für Bauern und ausgewählte Branchen, dämliche Datenschutz- und Cookie-Warnungen auf jeder Webseite, etc.). 

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Bei mir in Oberbayern sieht es aktuell sehr nass aus. Ich habe mitbekommen, dass die derzeitige Nässe komische Reaktionen bei Menschen auslöst. Da gibt es einerseits welche, die leise über den Regen fluchen, weil er ihnen die politisch ausbeutbare Behauptung verwässert, wir erlebten gerade eine Dürre als Folge des Klimawandels. Da gibt es andererseits die, die triumphierend aus den durchnässten Kleidern steigen und sarkastisch von der Dürre reden, die sie gerade durchnässte.

Ich persönlich mag Sonne lieber als Regen. Die Sonne wärmt so schön. Man kann das Regenzeug im Schrank lassen. Man bewegt sich auf dem Fahrrad deutlich komfortabler. Ich persönlich besitze übrigens kein Auto und wohne auf dem Land. Da es das Land zwischen München und Rosenheim ist, zahle ich dort fürs Wohnen auf 80 Quadratmetern in einer Art Ghetto für Zugezogene deutlich mehr als ein Berliner für 100 Quadratmeter in einer halbwegs angesagten Gegend. Gut ist, dass ich in Fußwegweite eine Bahnstation habe. So komme ich in nur 7 Minuten nach Bad Aibling, in einer Viertelstunde nach Rosenheim und in rund einer Stunde nach München. Mit BahnCard 50 kostet die Fahrt nach München nur 9 Euro. Wenn die Bahn fährt. Wenn nicht, ist das halt Pech. Aber ich sehe die Alpen vom Bahnsteig. Der Anblick ist immerhin ein kleiner Ausgleich für verpasste Jobs oder Termine.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich kaufe bisher regelmäßig bei Edeka Stepputis in Bruckmühl ein.
Allerdings finde ich die Edeka-Werbung zunehmend fragwürdig.
Der derzeit ja ohnehin viel diskutierte Spot überschreitet nach meinem Geschmack die Grenzen.
Ich kann irgendwo nachvollziehen, dass überbezahlte Werbeleute in einer schillernden Agentur und gleichfalls überbezahlte PR-Leute in der Edeka-Zentrale ihre persönlichen Meinungen zu Gott und der Welt mit Haha-Effekt für Überbezahlte ihresgleichen in die Welt zu setzen lieben.

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Ziemlicher Auflauf auf dem Gerichtsflur. Schon zwei Stunden vor Beginn des Prozesses gegen Jennifer W. stehen die Reporter im  Münchner Oberlandesgericht Schlange. Jeder muss eine Sicherheitsschleuse passieren – alle Sachen auf ein Band zum Durchleuchten, Arme ausbreiten und abtasten lassen. Aber die Sicherheitsleute sind noch gar nicht da. Es ist noch früher Morgen. Der Anklagevorwurf ist brisant. Die Angeklagte soll eine zum radikalen Salafismus konvertierte Deutsche sein, die im Gebiet des Islamischen Staates als Sittenwächterin gearbeitet haben soll. Vor allem aber glaubt die Bundesanwaltschaft, sie habe geduldet, dass ihr Mann ein fünf Jahre altes Sklavenmädchen elendig verrecken ließ. Die Mutter des Sklavenmädchens ist Nebenklägerin. Vertreten wird die Mutter von mehreren Anwälten, unter ihnen Amal Clooney, die Ehefrau von George Clooney. Merkwürdig sind die Umstände, unter denen die Angeklagte festgenommen wurde. Es klingt, als hätten ihr Behörden eine Falle gestellt. Spannender Stoff für Medien. Klar, dass da jeder dabei sein will.

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Es ist grüner Stehsatz, zuletzt bemüht von Grünen-Chef Robert Habeck bei Anne Will: Wenn Deutschland nur voranginge mit der Klimapolitik und sich CO2-frei mache, dann sei Deutschland das Vorbild für den Rest der Welt. Der Rest der Welt werde dann nachfolgen.

Das Bild von Deutschland und der Welt, das die Grünen damit zeichnen, ist hoch problematisch. Sie sehen Deutschland als Zentrum der Welt. Deutsche Moral werde sich als die höhere Moral erweisen. Menschen anderer Kulturen würden dem nicht widerstehen können. 

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Vorab: Sofern sich der Kollege Stefan Fries vom WDR von mir beleidigt fühlt, entschuldige ich mich. Es spielt ja keine Rolle, ob ich ihn beleidigen wollte (nein), sondern wie er es wahrnahm. Ansonsten begrüße ich es sehr, dass einer derjenigen Kollegen sich der Debatte über Sinn und Grenzen des Journalismus stellt, der in vielem ganz andere Ansichten vertritt als ich das tue und der zur Mehrheitsfraktion gehört, deren Mitglieder sich in der Regel schon lange nur noch unter sich austauschen. 

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