Die grüne Partei, scharf unterstützt von den meisten Redaktionen in Deutschland, die den Eindruck erwecken, sie seien die größte, auf jeden Fall die mit Abstand wichigste Oppositionspartei, möchte gern im maximalen Maßstab die Heizungen im Lande austauschen. Es gebe 16 Millionen Ein- oder Zweifamilienhäuser, von denen die meisten noch nicht „energetisch modernisiert“ seien. Das müsse man dringend ändern. Leider seien die meisten Besitzer dieser kleinen Häuser „keine Bauexperten“. Da ist es gut, dass wir die Grünen haben. Die haben die Lösung für das Problem.

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Nachlese. Eine ganz persönliche. Ich hätte nicht gedacht, wie wuchtig es wirkt, wenn man mit einem in der Branche angesehenen Preis ausgezeichnet wird. Ich habe vorher noch nie einen Preis für meine Arbeit bekommen und jetzt den Deutschen Radiopreis, Kategorie bester Podcast, für Der Fall Peggy. Wir waren zu zweit nach Hamburg gereist, mein Chefredakteur Ralf Zinnow von ANTENNE BAYERN und ich. 

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Es ist ein Weltereignis. Die Tagesschau bringt es natürlich auch ganz vorn. „Der UNO-Jugendgipfel hat also mit einem Auftritt von Greta Thunberg begonnen“, sagt der Sprecher und fragt den aus New York zugeschalteten Korrespondenten: „Was hat sie denn gesagt? Wie lautet ihre Botschaft an die Welt?“ So weit, so erwartbar. Wer oder was aber ist der UNO-Jugendgipfel? Wer darf da überhaupt hin? Darf ich da meinen Neffen auch anmelden? Auf welche Landschaften blicken diese Gipfelteilnehmer herab? Hat die jemand gewählt? Zum Beispiel eine Landesschülervertretung?

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Im Namen des Weltklimas retteten die Grünen einen Auwald am Triftbach in Bad Aibling. Und das Trinkwasser retteten sie auch. Die Grünen-Politikerin Martina Thalmayr beschreibt auf der Webseite ihrer Partei, wie es dazu kam. Thalmayr möchte bei den Kommunalwahlen kommendes Jahr gerne Bürgermeisterin werden.

Als ich das erste mal über diese unsinnigen Pläne in meinem Blog und auf der Webseite der Grünen Bad Aibling geschrieben habe, hätte ich aber nie gedacht, wieviele Mitstreiterinnen und Mistreiter wir innerhalb kürzester Zeit sein würden. Unzählige Gespräche, Leserbriefe, Postings im Internet und andere Wortmeldungen haben klar gemacht: Das geht so nicht! Eine einzelne Stimme mag gerne überhört werden, aber dieser ganze Chor an kritischen Stimmen konnte nun niemand mehr ignorieren. Die Anträge wurden im Rat zurückgezogen. Wieder einmal habe ich gemerkt, wieviel stärker wir gemeinsam sind. 

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe den Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen gefordert, meldeten die „Zeitungen der Funke-Mediengruppe“. Stimmte aber nicht, tickerte es zurück, oder wenigstens nicht so ganz. Tja, dumm gelaufen. Die vermeintliche Story über den vermeintlich von AKK gewünschen Parteiausschluss Maaßens taugt nur für eines, dafür allerdings richtig: Beispielhaft zu zeigen, wie die Symbiose aus Politikern und Politikjournalisten funktioniert.

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Greta-Jünger in Erlangen – wissen sie, was sie tun?

Sie habe ein Buch aus der Bücherei gelesen, erzählte meine kleine Tochter, in dem es um ein großes Schiff ging, das Öl transportiere. Das Öl sei ausgelaufen und alle Vögel seien gestorben. Ich antwortete, dass so etwas auch in echt schon passiert sei. Allerdings könne ich mich nicht erinnern, wann zuletzt. Kann sich irgendjemand noch an eine katastrophale Ölpest erinnern? Entweder haben alle Medien wie auf ein geheimes Zeichen aufgehört, über solche Vorfälle zu berichten, oder es gab schon längere Zeit keine mehr.

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Der NSU-Mord in Kassel ist einer der zwei, deren gerichtlich festgestellter Ablauf derart unglaubwürdig klingt, dass man daran verzweifeln könnte. Rein zufällig war zur Tatzeit ein Beamter des Verfassungsschutzes am Tatort. Er hätte eigentlich mitten ins Feuer laufen müssen, aber stattdessen will er nicht das Geringste bemerkt haben, auch nicht die Leiche des vermutlich Sekunden vorher erschossenen Hallt Yozgat, die zusammengesackt hinter exakt dem Verkaufstresen lag, über den der Beamte sich suchend gebeugt haben und dann zwecks Bezahlung eine Münze hinterlassen haben will. 

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Die Belange der Alten in jedem Punkt der Tagesordnung. Die Belange der Jungen dagegen kompakt zusammengefasst nur in einem kurzen Bericht ohne jegliche Nachfrage oder Debatte. Vielleicht fällt das niemandem mehr auf, aber die Überalterung der Bevölkerung wirkt längst auf die gesamte Politik. Das erkennt man an den Gesetzen aus Berlin, das erkennt man auch im Stadtrat von Bad Aibling (und vermutlich jeder kommunalen Vertretung in Deutschland).

Stadtratssitzung, Tagesordungspunkt 1. Die Polizei wirbt um Zustimmung des Stadtrats für die Einrichtung einer Sicherheitswacht. In der sollen Freiwillige ehrenamtlich tätig sein und uniformiert auf Streife gehen. „Unsere Augen und Ohren“, sagt einer der Polizeiführer, das „Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung“. Es gehe darum, das Sicherheitsgefühl zu verbessern und sichtbarer zu sein. Viele Nachfragen der Stadträte und einige wenige kritische Anmerkungen. Es geht um das Radfahrverbot im Kurpark und dass Sicherheitswachtler hier aufpassen könnten. Oder um feiernde Jugendliche und liegengelassene Bierflaschen. Mit fällt erst später auf, dass schon dieser Tagesordnungspunkt Belange der Alten gegen Junge verhandelt. Der Stadtrat stimmt der Einrichtung der Sicherheitswacht mit großer Mehrheit zu. Weiterlesen

Die vielleicht schlimmste Sendung zur Europawahl habe ich im Radio gehört, auf B5 Aktuell eine Woche vor dem Wahltermin. Es war eine Talksendung. Zugeschaltet war der ARD-Hörfunkkorrespondent in Brüssel, Holger Romann. Der schalt die Wähler und nahm die Institutionen in Schutz. Es war eine unterirdische Vorstellung. Der dollste Satz des ARD-Mannes lautete:

Der Wähler hat eine Bringschuld.

Tatsächlich: Das hat er wörtlich so gesagt. Möglicherweise sieht man das in den feineren Brüsseler Kreisen so. Es ist ein Satz aus einer fernen Welt, in der bürokratischer Adel (Funkbeamte eingeschlossen) die Geschicke lenkt. Es ist auch sehr einfach, die chronisch niedrige Wahlbeteiligung bei Europawahlen oder die hohen Ergebnisse für absonderliche Splitterparteien den blöden Wählern anzuheften. Einfacher jedenfalls, als mal mehr in die Debatte zu werfen als das übliche Kleinklein (Subventionen für Bauern und ausgewählte Branchen, dämliche Datenschutz- und Cookie-Warnungen auf jeder Webseite, etc.). 

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Bei mir in Oberbayern sieht es aktuell sehr nass aus. Ich habe mitbekommen, dass die derzeitige Nässe komische Reaktionen bei Menschen auslöst. Da gibt es einerseits welche, die leise über den Regen fluchen, weil er ihnen die politisch ausbeutbare Behauptung verwässert, wir erlebten gerade eine Dürre als Folge des Klimawandels. Da gibt es andererseits die, die triumphierend aus den durchnässten Kleidern steigen und sarkastisch von der Dürre reden, die sie gerade durchnässte.

Ich persönlich mag Sonne lieber als Regen. Die Sonne wärmt so schön. Man kann das Regenzeug im Schrank lassen. Man bewegt sich auf dem Fahrrad deutlich komfortabler. Ich persönlich besitze übrigens kein Auto und wohne auf dem Land. Da es das Land zwischen München und Rosenheim ist, zahle ich dort fürs Wohnen auf 80 Quadratmetern in einer Art Ghetto für Zugezogene deutlich mehr als ein Berliner für 100 Quadratmeter in einer halbwegs angesagten Gegend. Gut ist, dass ich in Fußwegweite eine Bahnstation habe. So komme ich in nur 7 Minuten nach Bad Aibling, in einer Viertelstunde nach Rosenheim und in rund einer Stunde nach München. Mit BahnCard 50 kostet die Fahrt nach München nur 9 Euro. Wenn die Bahn fährt. Wenn nicht, ist das halt Pech. Aber ich sehe die Alpen vom Bahnsteig. Der Anblick ist immerhin ein kleiner Ausgleich für verpasste Jobs oder Termine.

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