Bei mir in Oberbayern sieht es aktuell sehr nass aus. Ich habe mitbekommen, dass die derzeitige Nässe komische Reaktionen bei Menschen auslöst. Da gibt es einerseits welche, die leise über den Regen fluchen, weil er ihnen die politisch ausbeutbare Behauptung verwässert, wir erlebten gerade eine Dürre als Folge des Klimawandels. Da gibt es andererseits die, die triumphierend aus den durchnässten Kleidern steigen und sarkastisch von der Dürre reden, die sie gerade durchnässte.

Ich persönlich mag Sonne lieber als Regen. Die Sonne wärmt so schön. Man kann das Regenzeug im Schrank lassen. Man bewegt sich auf dem Fahrrad deutlich komfortabler. Ich persönlich besitze übrigens kein Auto und wohne auf dem Land. Da es das Land zwischen München und Rosenheim ist, zahle ich dort fürs Wohnen auf 80 Quadratmetern in einer Art Ghetto für Zugezogene deutlich mehr als ein Berliner für 100 Quadratmeter in einer halbwegs angesagten Gegend. Gut ist, dass ich in Fußwegweite eine Bahnstation habe. So komme ich in nur 7 Minuten nach Bad Aibling, in einer Viertelstunde nach Rosenheim und in rund einer Stunde nach München. Mit BahnCard 50 kostet die Fahrt nach München nur 9 Euro. Wenn die Bahn fährt. Wenn nicht, ist das halt Pech. Aber ich sehe die Alpen vom Bahnsteig. Der Anblick ist immerhin ein kleiner Ausgleich für verpasste Jobs oder Termine.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich kaufe bisher regelmäßig bei Edeka Stepputis in Bruckmühl ein.
Allerdings finde ich die Edeka-Werbung zunehmend fragwürdig.
Der derzeit ja ohnehin viel diskutierte Spot überschreitet nach meinem Geschmack die Grenzen.
Ich kann irgendwo nachvollziehen, dass überbezahlte Werbeleute in einer schillernden Agentur und gleichfalls überbezahlte PR-Leute in der Edeka-Zentrale ihre persönlichen Meinungen zu Gott und der Welt mit Haha-Effekt für Überbezahlte ihresgleichen in die Welt zu setzen lieben.

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Ziemlicher Auflauf auf dem Gerichtsflur. Schon zwei Stunden vor Beginn des Prozesses gegen Jennifer W. stehen die Reporter im  Münchner Oberlandesgericht Schlange. Jeder muss eine Sicherheitsschleuse passieren – alle Sachen auf ein Band zum Durchleuchten, Arme ausbreiten und abtasten lassen. Aber die Sicherheitsleute sind noch gar nicht da. Es ist noch früher Morgen. Der Anklagevorwurf ist brisant. Die Angeklagte soll eine zum radikalen Salafismus konvertierte Deutsche sein, die im Gebiet des Islamischen Staates als Sittenwächterin gearbeitet haben soll. Vor allem aber glaubt die Bundesanwaltschaft, sie habe geduldet, dass ihr Mann ein fünf Jahre altes Sklavenmädchen elendig verrecken ließ. Die Mutter des Sklavenmädchens ist Nebenklägerin. Vertreten wird die Mutter von mehreren Anwälten, unter ihnen Amal Clooney, die Ehefrau von George Clooney. Merkwürdig sind die Umstände, unter denen die Angeklagte festgenommen wurde. Es klingt, als hätten ihr Behörden eine Falle gestellt. Spannender Stoff für Medien. Klar, dass da jeder dabei sein will.

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Es ist grüner Stehsatz, zuletzt bemüht von Grünen-Chef Robert Habeck bei Anne Will: Wenn Deutschland nur voranginge mit der Klimapolitik und sich CO2-frei mache, dann sei Deutschland das Vorbild für den Rest der Welt. Der Rest der Welt werde dann nachfolgen.

Das Bild von Deutschland und der Welt, das die Grünen damit zeichnen, ist hoch problematisch. Sie sehen Deutschland als Zentrum der Welt. Deutsche Moral werde sich als die höhere Moral erweisen. Menschen anderer Kulturen würden dem nicht widerstehen können. 

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Vorab: Sofern sich der Kollege Stefan Fries vom WDR von mir beleidigt fühlt, entschuldige ich mich. Es spielt ja keine Rolle, ob ich ihn beleidigen wollte (nein), sondern wie er es wahrnahm. Ansonsten begrüße ich es sehr, dass einer derjenigen Kollegen sich der Debatte über Sinn und Grenzen des Journalismus stellt, der in vielem ganz andere Ansichten vertritt als ich das tue und der zur Mehrheitsfraktion gehört, deren Mitglieder sich in der Regel schon lange nur noch unter sich austauschen. 

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Das war zu erwarten: Nach dem Neonazi-Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch kritisieren deutsche Journalisten zu viel Berichterstattung über den Fall. Die Nennung der Täternamen etwa. Darüber bin ich mit einem Kollegen des WDR in einen Disput geraten, nachdem ich den folgenden Tweet las und mich herausgefordert fühlte:

Die Lehrerin Verena Brunschweiger wird gerade von Redakteuren, die ihre Haltung vermutlich als fortschrittlich beschreiben würden, für ihre These gefeiert, der Mensch möge ab sofort aus Klimaschutzgründen auf Kinder verzichten. Jedes neugeborene Kind verursache wieder eine neue Menge CO2 und beschleunige damit den, äh, Weltuntergang, oder so.

Dass diese Debatte es tatsächlich quer durch den ganzen Mediengarten schafft, ist aus mehreren Gründen absurd. Zum einen ist die These uralt. Die für ihre treffsicheren Prognosen gerühmten Weisen des Club of Rome haben sie schon vor einigen Jahren vertreten. Zum zweiten hat der Verlag von Frau Brunschweiger ihr Buch, in dem sie diese These vertritt, wirklich und wahrhaftig als Sachbuch der Kategorie Naturwissenschaft herausgebracht. Man kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

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Ein Beschuldigter sitzt bei der Polizei und wird vernommen. Er verlangt einen Anwalt. Er bekommt einen Staatsanwalt. Der Staatsanwalt soll ihm gesagt haben, ein Rechtsanwalt könne jetzt auch nichts groß für ihn tun. Klingt schräg, ist aber so passiert: Vergangenen September, als die Polizei im oberfränkischen Naila einen gewissen Manuel S. vernahm. Das ist der Mann, den die Ermittler derzeit beschuldigen, im Jahr 2001 die neunjährige Peggy in Lichtenberg umgebracht zu haben. Und die Auskunft war auch Quatsch: Manuel S. hätte einfach aufstehen und gehen können, aber das scheint der Staatsanwalt ihm nicht gesagt zu haben.

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Ich möchte eigentlich nicht so gern in einem Bienenstaat leben. Das liegt vermutlich daran, dass ich ein Mensch bin und keine Biene. Die Fernsehköchin Sarah Wiener ist so gesehen eine meiner Artgenossinnen. Politisch hat sie sich immer wieder geäußert, aber es war halt jedes Mal so – Sarah Wiener halt. Aber kochen kann sie. Aber jetzt will sie Politikerin werden, und da muss man anfangen, sie auch auf diesem Feld ernst zu nehmen.

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Das Framing-Manual der ARD ist ja nicht neu. Es stammt bereits aus dem Jahr 2017, wie die „Generalsekretärin“ des Politbüros der ARD, Dr. Susanne Pfab, mitteilte. Allerdings macht das die Sache nur noch heikler für die Anstalten. Die „Arbeitsunterlage“, wie die Generalsekretärin das Manual verharmlosend framed, stellt sich damit als Blaupause für die Außendarstellung der ARD dar. Es mag sich nicht um die Kommunikationsstrategie der ARD an sich handeln, aber um die gedankliche Basis einer solchen. Die Generalsekretärin möge die Kommunikationsstrategie, die sie in ihrer Stellungnahme erwähnt, freundlicherweise nachreichen. Urheberrechtliche Hindernisse dürften da nicht bestehen, da es sich ja nicht um eine bei einem Framing-Institut gekaufte Arbeit handeln sollte. Sie wissen doch,  Frau Generalsekretärin: Wir sind Deins! Also: Ihr seid meins.

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