Alexa: Gutenachtgeschichte! Wer zu Hause eine Alexa hat und ihr eine Gutenachtgeschichte abverlangt, der bekommt eine täglich frische Produktion für Kinder. Die hat nicht der Amazon-Konzern in Auftrag gegeben – schreiben, sprechen und produzieren lassen –, sondern der Bayerische Rundfunk. Den Nutzer kostet sie nichts. Bzw: Jeder Amazon-Nutzer in Deutschland ist zwangsläufig natürlich auch Gebührenzahler. Insofern darf man die Kindergeschichte von Alexa prinzipiell als mitgezahlt ansehen, jedenfalls in Bayern. Dass bayerische Gebührenzahler die Kindergeschichten für norddeutsche Kinder mitfinanzieren sei jetzt außen vorgelassen. Interessanter ist schon die Frage, warum Nichtbesitzer einer Alexa die tägliche Gutenachtgeschichtenproduktion für solche Alexa-Besitzer mitfinanzieren müssen, die am Abend zu müde sind, um ihrem Nachwuchs selber ein Märchen vorzulesen. 

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CDU-Chefkandidat Friedrich Merz hat in der Asyldebatte offenbar einen richtigen Punkt benannt, der bisher aber nicht verständlich rübergekommen ist. Ihm ging es ja um eine eiheitliche Asylregelung für Europa. Demnach muss man wohl tatsächlich über das deutsche Asylrecht nachdenken. Es ist nämlich eine deutsche Besonderheit. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu:

Das GG gewährt als eine der wenigen Verfassungen der Erde unter bestimmten Voraussetzungen jedem politisch Verfolgten einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Asyl (Art. 16 a GG) und zieht damit die historischen Lehren aus der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft (1933–45).

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Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist es peinlich, dass in „seinem“ Deutschland, in dem er Wirtschaftminister ist, ständig die Funkverbindungen abreißen. Naheliegenderweise ist ihm das gegenüber seinesgleichen peinlich. Denen aus seiner Peergroup. Das sind also Minister und Staatsleute aus anderen Ländern. Diejenigen Dam- und Herrschaften, denen man sich auf Empfängen, Banketten, Konferenzen und dem Bundespresseball begegnet. Altmaiers Szene. Der Kreis von Leuten, wo sie unter sich sind. Lifestyle. Altmaier gehört zur Peergroup der Staatsleute auf Ministerlevel. Staatsleute-Peergroup ist wie Hiphopper, Biker, Hipster, Grünökos oder Nazis. Man hat seine eigene Sprache, an der man sich erkennt. Man trägt gewisse Klamottenmarken. Man hört staatstragende Musik und liest hilfreiche Zeitungen. Statt auf dem Bakfiets rollt man in einer Limousine umher und hat – besonders cool und vom Plebs der Parlamentarier nicht zu kopieren – jederzeit einen Jet mit Hoheitspatch am Leitwerk zur Verfügung. Staatsgrenzen existieren für die Staatsmänner nicht, sie haben nämlich einen Diplomatenpass (aber den haben auch die plebsigen Parlamentarier). Das Gute an der Minister-Peergroup ist, dass sie nur wenige Mitglieder hat. Okay, auf einer Uno-Vollversammlung drängeln sie sich alle. Und vor allem diese unangenehmen Scheichs mit ihrem angeberischen Tross, die schon auf dem Flughafen auffallen, wenn da für jeden von denen gleich ein ganzer Flugzeug-Konvoi landet. Oder diese afrikanischen Diktatoren mit ihren Frauen, die wie Christbäume behängt herumlaufen. Oder dieser Trump, der wirklich glaubt, er sei die Nummer 1 in unserer Peergroup. Und dieser Chines, der immer auf Understatement macht aber nur mit dem Finger schnipst, und Tausende Leute hopsen auf sein Kommando.

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Am 30. November wollen die Vereinten Nationen ein weiteres Paket mit anti-israelischen Resolutionen beschließen. Israel ist offenbar der Teufel der Welt. Gerade erst hat das Land neun Verdammungen der Weltgemeinschaft kassiert. Natürlich stimmte die Bundesregierung auch gegen Israel, gemeinsam mit Holocaust-Leugnern, Kriegstreibern, Massenmördern, Sklavenhaltern, Feiglingen und Opportunisten. Israel muss schlimmer sein als die alle. Keiner der Holocaust-Leugner, Kriegstreiber, Massenmörder, Sklavenhalter, Feiglinge und Opportunisten hat je so viele Verdammungen der Weltgemeinschaft kassieren müssen wie Israel. Das war diesmal wenige Tage nach dem 9. November. Zum 9. November schaltete auch Heiko Maas seine zittrige Betroffenheitstonlage ein und schwadronierte über die Reichspogromnacht. Bevor er sich dann in die antisemitische Front in der UN-Vollversammlung einreihte.

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Ich bin jetzt Mitglied der CSU. Auf dem Sankt-Martins-Umzug in Tochters Kindergarten habe ich das einem anderen Vater erzählt. Er schaute mich überrascht an: „CSU? Echt?“ Nach einer Pause: „Wieso?“ Ich bin mir sicher, diese Reaktion werde ich noch häufiger erleben. Wäre ich bei den Grünen eingetreten, wäre das anders. Grüne geht in meinen Kreisen irgendwie immer. CSU muss man erklären. Und weil es mir gegen den Strich geht, dass man CSU so anders erklären muss als Grüne, gerade übrigens auch in Kollegenkreisen, genau darum bin ich eingetreten. Jedenfalls war das einer der Gründe.

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Wenn ein AfD-Politiker irgendeinen provokanten Satz ablässt, dann bebt Mediendeutschland bis zur Oberkante der nach oben offenen Richter-Empörungs-Skala. Wenn ein Verbrechen zur Debatte steht, bei dem ein rechtsextremer Täter schlimme Dinge anrichtete – teils wörtlich aus Aussagen vor Gericht zitiert: „Fortpflanzungsrelevante Dysfunktion“; schmerzfrei weder stehen, sitzen oder liegen können nach Bauchdurchschuss; nach Jahren immer noch „eingeschränkte Ventilation“ nach Thorax-Durchschuss; akute psychische Symptome nach Verlust des eigenen Kindes; Selbstmordabsichten und konkrete Selbstmordversuche nach Verlust des eigenen Kindes; etc. –, wenn also konkrete Taten zur Debatte stehen, dann bebt rein gar nichts in Mediendeutschland. So etwas wird annähernd ohne Öffentlichkeit verhandelt.

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Ich möchte gern helfen, die Debatte über Holzofen-Feinstaub und -Stickoxide aus der Twitterblase heraus in die Real-Welt zu transportieren. Für alle Nicht-Twitterer: Angestoßen hat die Debatte @kachelmann. Ihm fiel auf, dass Messstationen unerklärliche Schadstoffspitzen messen, die mit Autoverkehr und der Dieseldebatte nicht erklärbar sind. Ausgerechnet Freitagabends, wenn alle gemütlich zu Hause sitzen, es draußen wenigstens ein bisschen kühl ist, schießen die Werte in die Höhe und übertreffen teils bei weitem die Rushhour-Spitzen. Insofern ist die Diesel-Debatte wirklich gespenstisch. Denn es sind gar nicht die Diesel, die die Luft zuvörderst verpesten. Die größere Belastung kommt aus Holzöfen. Das ist wiederum insofern verrückt, als es ein reines Luxusproblem ist. Ich missgönne niemandem einen gemütlichen Abend. Aber ich habe mehr Verständnis für unvermeidliche Abgase als für vermeidliche, vor allem dann, wenn die vermeidlichen die schlimmeren sind. Ein bisschen verrückt ist auch, dass alle möglichen Politiker, vor allem von SPD und Grünen, ständig über den Diesel twittern und dass Fahrverbote nötig seien, aber konsequent jeden Hinweis auf die schlimmere Problematik mit den Holzöfen ignorieren. Das geht inzwischen so weit, dass Fahrverbote für Diesel nach 24-Stunden-Durchschnittswerten verhängt werden sollen, wobei die Grenzwerte gerade nicht wegen der Dieselautos überschritten wurden, sondern wegen der Holzöfen. Es wäre nicht blöd, wenn sich die Politik irgendwann doch der Realität anpasst statt verzweifelt versucht, die Realität ihrer Ideologie unterzuordnen.

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Vor bald drei Wochen flog die Mücke zum ersten Mal in meiner Wohnung herum. Sie war etwas größer und kräftiger als die Durchschnittsmücke. Ihr Körper schimmerte in einem bräunlich-transparenten Farbton, anders als die gewöhnlichen schwarzen Mücken, die man sonst so kennt.  

Meistens sah ich sie allerdings nicht, sondern hörte sie nur, nämlich nachts im Dunkeln. Sie war stets schon von Weitem beim Anflug zu hören. Ihr Flügelgeräusch war ungewöhnlich sonor. Sie klang, als habe sie etwas mehr Hubraum als normale Mücken. Wenn sie sich mir näherte, dann nahm die Lautstärke kontinuierlich zu, bis sie direkt vor meinem Ohr kreiste, während mein Kopf auf dem Kissen lag. Ich schlug dann immer mit der Hand nach ihr, also auf mein Ohr, oder, wenn ich dachte, dass sie Richtung Stirn abschwirrt, auf die Stirn. Aber ich habe sie nie erwischt. 

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Auch die größte Demo ist nach paar Stunden zu Ende. Man durfte seine Meinung sagen oder Party feiern oder in unterschiedlichen Anteilen beides davon. Aber ich geh’ heute wählen. Und beim Wählen habe ich mehr zu bestimmen als die Demonstrierer. Das steht so in der Verfassung, der deutschen und der bayerischen. Ich habe mehr zu bestimmen als ein Demonstrierer, auch, wenn ich niemandem sagen, wen ich wähle. Ich darf heimlich wählen, weil auch das im Grundgesetz und in der bayerischen Verfassung steht. Gleiche und geheime Wahlen, so läuft das in Demokratien. Nichts da mit „Sag’ mir wo Du stehst“, einem der Leitsprüche der #unteilbar-Demo und ihrer Unterstützer von der Linkspartei. Da waren sogar nach Angabe der mit der Roten Hilfe und Linkspartei-Strippenziehern verbandelten Veranstalter nur 242.000 Menschen. Und trotzdem behaupten die dreist, sie seien mehr. Nix da! Allein in Bayern dürfen heute neuneinhalb Millionen wählen, und die allermeisten von denen werden das auch tun.

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Der Einsatz der Frakturschrift ist eines der tollsten Beispiele für fehlgeleitete Symbolik. Jeder, der Frakturschrift in politischen Kontexten verwendet, folgt einem historischen Irrweg. Die Neonazis irren, die irgendwann begannen, die „Schwabacher“ für Propagandamaterial zu verwenden. Die linke Antifa folgt dem Irrtum, wenn sie die Schwabacher als Feindbild-Symbol benutzt. Im bayerischen Landtags-Wahlkampf arbeiten auch die Grünen mit der vermeintlichen Nazischrift und schieben sie auf einem bemerkenswert hässlichen Plakat der AfD zu, die sie allerdings gar nicht verwendet (jedenfalls ist mir nichts davon bekannt).

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