Das Wehklagen ist ja nicht zu ĂŒberhören. Der Journalismus werde immer schlechter. Einer schreibe vom anderen ab. Niemand bemĂŒhe sich mehr um hartnĂ€ckige Recherche. Als Schuldige stehen meist die Verlage (die die Personalbudgets zusammenstreichen) oder die Journalisten (die immer fauler werden) am Pranger.

 Dahin gehören aber auch Behörden, Unternehmen und VerbĂ€nde. Die von ihnen beschĂ€ftigten Pressesprecher werden immer effektiver beim Verhindern unerwĂŒnschter Berichterstattung. Die Methode ist simpel. Sie erhöhen einfach die HĂŒrden, die ĂŒbersprungen werden mĂŒssen, um eine Auskunft zu erhalten. Weiterlesen

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Aufstieg der Nerds

Die Revolution der Piraten

Von Frank Schirrmacher

I would like to say the world is NOT over populated. As a matter of Fact every human in the world (6 billion) would fit into the state of Texas and have 15 square feet of space each! That leaves the rest of the entire world to raise crops for food and explore for natural resources. I say God bless the big families!!

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Ich vinde, di rechtschraibrevorm graift vil tsu kurts. Ainzelne wörter ainer lĂ€nkst vĂ€lligen logischen renowirung tsu untertsijen sowi ein par kommasetsungen tsu verĂ€ndern – dass ist ja gants nĂ€tt. Aber es ist inkonnsekwĂ€nnt. HĂ€ttn di revormer di sache tsu Ă€nde gedacht, wĂ€re ir wĂ€rk als genijales wĂ€rk der menschaitsgeschichte gewĂŒrdicht worrden. Ainige wenige, ainersaits an gesprochener sprache orijentirte, anderersaits logische regeln hĂ€tten genĂŒkt. Die vergĂ€ssenen rechtschraibregeln lauten:

ÜberflĂŒssigge buchstaben, di man zumm schrifftlichen ausdrukk der sprache nicht benötikt, werden aus dem alfabet heraußgenommen. Völlich antikwirt sind buchstaben, di lediglich zwai aufainander stoßende konsonanten ausdrĂŒkken. So beschtet das „Z“ tatsĂ€chlich aus den lauten „T“ und „S“. Das „Q“, maist in verbindung mit dem „U“, wirrd als „K“ und „W“ gesprochen. WĂ€k damit. EntbĂ€rlich ist auch dass „F“. Schon in der Ă€rsten klasse lĂ€rnen wir, dass beide buchstaben als „FFFFF“ oder auch „VVVVV“ gesprochen werden. Einer von beiden ist also ĂŒberflĂŒssich. Wir haben uns entschiden, dass „F“ zu straichen.
Kurts gesprochene wokale werden dadurch gekĂ€nnzaichnet, dass inen gedoppillte konnnsonanntn vollgen. Ausnamen werden appgeschafft. Statt „Sack“ schraiben wir „sakk“.
Dass denungs-e nach dem i isst folglich ĂŒberflĂŒssich.
Übahaupt werden alle wokale strĂ€nng lautorijentirt verwĂ€nndit.
Auch zusammengesĂ€tzte wokale werden konsekwĂ€nnt lautorijentirt geschriben. Dass hun legt kĂŒnnftich allso kaine „Eier“, sondern aia.
Di kommasetsung follgt allain dem sprachlichin sinn.
Großbuchstaben gibbt Ă€ss nur tsu beginn aines sattsis.

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Sonderbar: Bisher dachte ich immer, Zwang und freie Wahl seien GegensĂ€tze. Aus Frust ĂŒber ein erfolgreiches Volksbegehren fĂŒr verbindlichen und zeugnisrelevanten Religionsunterricht hat Berlins rot-rote Senatsszene diesen Gegensatz jetzt aufgehoben und ein verrĂ€terisches neues Wort geschaffen: Wahlzwang.

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Potsdamer-Platz-Arkaden in Berlin. Jeden Tag wĂ€lzen sich um die 100.000 Kunden und Neugierige an den GeschĂ€ften vorbei. Mit netten Aktionen unterstĂŒtzt die Center-Leitung die Kauflust. Jetzt, vor Ostern, stehen auf der Hauptallee im Parterre 2,50 Meter hohe bemalte Ostereier. Bemalt und mit Info-TĂ€felchen versehen. Sie sollen “eine ungewöhnliche Sicht auf Berliner Befindlichkeiten” bieten, gemalt und betextet von einem KĂŒnstler namens Knut Weise. Weiterlesen

Eigentlich hatte ich heute vor, ĂŒber eine Rede von Hans Modrow zu berichten, dem frĂŒheren Dresdner SED-Bezirkschef, quasi Honeckers Gouverneur in einem Teil des von Ulbricht zerschlagenen Sachsen, das heute wieder als komplettes Land existiert. Eingeladen hatte ihn ein Verein namens Rotfuchs. Modrow wollte seine Sicht auf die “Vorkommnisse der Jahre 1989/90” schildern, wie es in der inzwischen aus dem Netz gelöschten VeranstaltungsankĂŒndigung hieß. Die RĂ€ume dafĂŒr stellte die VolkssolidaritĂ€t, ein gemeinnĂŒtzig anerkannter Verein, der das Ende der DDR ĂŒberlebte, heute Mitglied im ParitĂ€tischen Wohlfahrtsverband ist und nicht zuletzt von Steuergeldern lebt. Weiterlesen