Wenn ein AfD-Politiker irgendeinen provokanten Satz ablĂ€sst, dann bebt Mediendeutschland bis zur Oberkante der nach oben offenen Richter-Empörungs-Skala. Wenn ein Verbrechen zur Debatte steht, bei dem ein rechtsextremer TĂ€ter schlimme Dinge anrichtete – teils wörtlich aus Aussagen vor Gericht zitiert: „Fortpflanzungsrelevante Dysfunktion“; schmerzfrei weder stehen, sitzen oder liegen können nach Bauchdurchschuss; nach Jahren immer noch „eingeschrĂ€nkte Ventilation“ nach Thorax-Durchschuss; akute psychische Symptome nach Verlust des eigenen Kindes; Selbstmordabsichten und konkrete Selbstmordversuche nach Verlust des eigenen Kindes; etc. –, wenn also konkrete Taten zur Debatte stehen, dann bebt rein gar nichts in Mediendeutschland. So etwas wird annĂ€hernd ohne Öffentlichkeit verhandelt.

Weiterlesen

Nicht Sachsen ist das Problem. Auf Sachsen schlagen nur alle wieder so traut und einig ein, weil Sachsens Polizei und Landesregierung eine so verlockende AngriffsflĂ€che boten. Es ist in der Tat ein starkes StĂŒck, ein Fernsehteam mal so eben vom Ereignisort zu rĂ€umen und dreistestens an der Arbeit zu hindern.

Die GrĂŒnde, aus denen das geschah, sind ĂŒberdies auf den ersten Blick lĂ€cherlich und an den Haaren herbeigezogen, folgen aber in ihrer Logik dem bundesweiten Trend. Ein Mann mit Hut, der privat bei Pegida mitlief und dienstlich beim sĂ€chsischen LKA arbeitet, machte VerstĂ¶ĂŸe gegen sein Recht am eigenen Bild geltend. Das ist im weiteren Sinn die Berufung auf eine Datenschutz-Regel. Die haben die Sachsen nicht erfunden. Die nutzte der Mann mit Hut nur auf dieselbe Weise wie alle anderen auch: Als Generalwaffe gegen jede ungenehme journalistische Anfrage und jede ungenehme journalistische Recherche ĂŒberhaupt.

Weiterlesen

Weil in den sozialen Netzwerken so viele Falschmeldungen kursieren mĂŒssten dringend Richtigsteller her – das ist im Wesentlichen das Motiv unserer öffentlich-rechtlichen Anstalten fĂŒr ihre Faktenchecker-Formate. Beim Lesen der Faktenchecker-Artikel hatte ich von Anfang an das GefĂŒhl, dass es aber gerade nicht um Fakten geht, sondern um alles mögliche andere. Also habe ich mir einzelne BeitrĂ€ge herausgepickt und nĂ€her betrachtet, drei der Tagesschau und einen des Bayerischen Rundfunks. ÜberprĂŒft habe ich vor allem die Frage, ob es sich dabei tatsĂ€chlich um das Checken von Fakten handelt oder etwas anderes. Hier zunĂ€chst die vier FĂ€lle, unten dazu das ResĂŒmĂ©e. Weiterlesen

„BerĂŒhmte Trump-Fragestellerin“ – so nennt der Medien-Branchendienst kress.de die dpa-Reporterin Kristina Dunz. BerĂŒhmt? Wie Einstein, Brad Pitt oder Donald Trump? Das erscheint mir ĂŒbertrieben, und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Betreffende das selbst so sieht. Sie hat ja nur bei einer PK (wenn auch auf höchster Ebene) eine Frage gestellt. Die richtete sie an Donald Trump. Sie lautete:

“Warum macht Ihnen Pressevielfalt eigentlich so große Angst, dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten, die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung, Obama habe Sie abhören lassen?”

Weiterlesen

Was ist Pressefreiheit? Laut Wictionary.org: â€žDas Recht der Presse, frei und ohne Zensur Informationen und Meinungen zu veröffentlichen“. Laut staatlicher Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung: â€žDie Freiheit, Tatsachen, Meinungen (Gedanken), Stellungnahmen und Wertungen durch jede Art von Druckerzeugnissen (z. B. BĂŒcher, Zeitungen, FlugblĂ€tter) zu verbreiten“. Daran ist zunĂ€chst interessant, dass die staatliche Definition das Zensurverbot nicht nennt. Es steht trotzdem in der Verfassung.

Weiterlesen