Der Informationssender des Bayerischen Rundfunks, B5 Aktuell, sendete zum Großkrawall der PalĂ€stinenser gestern Nachmittag folgende Moderation:

Es folgte danach ein ausfĂŒhrlicher Korrespondentenbericht von Benjamin Hammer (@HammerARD), der die Ereignisse differenziert und von mehreren Seiten beleuchtete. Das macht die Anmoderation umso rĂ€tselhafter. Wer auch immer die verfasst hat kann den Korrespondentenbericht nicht vorher abgehört haben. Oder er wollte den Inhalt partout nicht zur Kenntnis nehmen. Das eine wĂ€re mindestens Schlamperei, das andere schlimmeres. Der Korrespondentenbericht widerlegte die Anmoderation mit einer ausgewogenen Darstellung.

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Es war im Juli 1944, als die Angehörigen eines muslimischen Arbeitskommandos im oberschwĂ€bischen Laupheim eine Erlaubnis fĂŒr das SchĂ€chten eines Tieres beantragten. Der zweite Weltkrieg war noch nicht vorbei. Hitler und die Nationalsozialisten herrschten noch ĂŒber Deutschland und auch ĂŒber Laupheim. Das SchĂ€chten war in Nazideutschland verboten. Es gab im Wesentlichen zwei GrĂŒnde fĂŒr dieses Verbot. Zum einen das von den Nazis reformierte Tierschutzrecht, das die bis heute gĂ€ngige Vorstellung vom mythisch beseelten Tierleben zum Gesetz erhob, und zum anderen der Hass auf die Juden, bei denen aus religiösen GrĂŒnden ja auch geschĂ€chtet wird. Was glaubt Ihr, wie die Sache in Laupheim ausging? 

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Doro BĂ€r hat in einem Interview mit der Welt ihre Kritiker verspottet und bleibt dabei: Flugtaxis sind wichtiger als schnelles Internet. Das ist ein bisschen spitz wiedergegeben, aber gleichwohl zutreffend.

Wie schon zuvor schwadroniert sie von Risikobereitschaft und einem MentalitĂ€tsproblem. Ausgerechnet BĂ€r, die ihr Lebtag auf dem weichen Behördensessel ruhte und dort warm und sicher saß und sitzt – wĂ€hrend sie zugleich den von ihr gerĂŒffelten und regierten Steuerzahlern vorwirft, sie seien zu satt.

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Dass staatliche Stellen gegenĂŒber Journalisten vieles verschweigen ist zwar Ă€rgerlich, aber ĂŒblich. Streng genommen, im Sinne der gerichtlichen Definition, beantworten staatliche Stellen journalistische Anfragen damit nicht wahrheitsgemĂ€ĂŸ. Vor Gericht sind Zeugen verpflichtet, vollstĂ€ndig alles preiszugeben, was sie zu einer Frage beitragen können. Da gilt es schon als Unwahrheit, wenn sie etwas weglassen. Aber seien wir großzĂŒgiger als der Staat und akzeptieren Verschweigen als gerade noch hinnehmenbare Taktik. Falsche AuskĂŒnfte allerdings sprengen das Maß. Da gibt’s nichts mehr zu beschönigen.

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Gibt es bisher nur destruktiven Jounalismus? Es drĂ€ngt sich auf, darauf mit ja zu antworten, glaubt man denen, die neuerdings das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ propagieren. Es handelt sich vorzugsweise um Kollegen mit eher grĂŒnen oder linken Ansichten und bei öffentlich-rechtlichen Anstalten und bei der Zeit, die mit „konstruktiven“ AnsĂ€tzen experimentieren. Die seien eine Chance, die GlaubwĂŒrdigkeit der Medien zu erhöhen, heißt es dabei gern. 

Das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ predigt „Lösungen statt Probleme“. Kurz gesagt: Journalismus solle nicht nur MissstĂ€nde anprangern, sondern auch Wege zur Lösung anbieten. Sogar der Focus outet sich neuerdings als Verfechter eines solchen Ansatzes, was glĂŒcklicherweise nicht nur ich ziemlich spaßig finde. Offenbar glaubt man jetzt auch in Clickbaithausen, sein Ansehen mit einer schönklingenden Parole und ohne viel MĂŒhe aufpolieren zu können. Durchdacht ist das alles nicht. „Konstruktiv“ klingt schön, aber es ist ist nichts als PR-artiges GeschwĂ€tz und schafft nichts als WidersprĂŒche und neue Probleme. Weiterlesen

FĂŒr ein Thema, an dem ich schon eine Weile recherchiere, benötige ich eigentlich auch eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Köln. Wie es aussieht, werde ich nicht anders können, als in dem betreffenden Beitrag einfach festzustellen, dass man dort nicht bereit und/oder in der Lage war, meine Fragen zu beantworten. So was kommt schon mal vor. In diesem Fall ist es aber extra bemerkenswert, weil ich die Kölner Sag-nichts-Masche so noch nicht erlebt habe.

Dabei gibt sich die Pressestelle zunĂ€chst sehr offen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Webseite mit den Namen und Durchwahlnummern aller Ansprechpartner ins Netz gestellt. Das ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Andere Staatsanwaltschaften geben sich da nicht so offen. Aber wie sich zeigt, handelt es sich nur um einen Schein von Offenheit. WĂ€hlt man die Nummern der Reihe nach ab, dann erreicht man so gut wie nie den gewĂŒnschten GesprĂ€chspartner. Auf der Webseite ist auch eine E-Mail-Adresse fĂŒr Anfragen vermerkt. Die empfiehlt sich ohnehin, weil in den wenigen FĂ€llen, in denen doch mal jemand ans Telefon geht, der Betreffende scheinbar grundsĂ€tzlich immer um eine schriftliche Anfrage per E-Mail bittet (leider eine generell gĂ€ngige Unart). In einer anderen Recherche benötigte ich ĂŒber eine Woche, bis ich einen RĂŒckruf und dann auch tatsĂ€chlich eine Antwort auf meine Frage bekam. Ich akzeptierte ĂŒbrigens die mĂŒndliche Auskunft und bestand meinerseits nicht auf die Schriftform. Weiterlesen

Schon schrĂ€g. Da schrieb ich vor Jahr und Tag eine Warnung vor einem grassierenden BetrĂŒgertrick, und Anfang der Woche ruft mich eine Bekannte an, die wiederum einer anderen Bekannten bei der Wohnungssuche in Berlin hilft. Endlich sei sie fĂŒndig geworden. 50 Quadratmeter an der Konstanzer Straße, komplett und sehr schön eingerichtet, nur 500 Euro. Vermieterin sei eine sehr nette Schwedin, die von Berlin weggezogen sei. „Toll, oder?“ „Nee“, sagte ich. „Das ist garantiert Betrug.“ „Nee“, sagte meine Bekannte, „das ist garantiert kein Betrug“. Die Schwedin habe nĂ€mlich AirBNB als TreuhĂ€nder zwischengeschaltet und AirBNB habe eine BestĂ€tigungsmail mit allen Daten geschickt.

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Merkel ist schon ein PhĂ€nomen. Sie verfĂŒgt ja eh ĂŒber außergewöhnliche Macht. So viel Macht, dass sie zu jedem Zeitpunkt der letzten Jahre auf dem Höhepunkt ihrer Macht steht. Einfach deshalb, weil sie heute mehr Macht besitzt als gestern und gestern mehr als vorgestern und so weiter. Merkel ist seit Jahren dabei, den höchsten Gipfel der Macht zu erklimmen, der höher ist als der Gipfel jedes vorangegangenen demokratischen Kanzlers in Deutschland. So hoch, dass er stĂ€ndig von Wolken verhangen ist und niemand weiß, wie gewaltig hoch er wirklich ist.

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Der SPD-Politiker Johannes Kahrs will Wahlumfragen kurz vor UrnengĂ€ngen verbieten. Auf seiner Twitter-Timeline reagierte er am Wochenende auf eine Geschichte von Spiegel Online ĂŒber Manipulation bei Marktforschungsinstituten – und regte an:

„Daher wĂ€re vernĂŒnftig, drei Monate vor jeder Wahl Umfragen dafĂŒr zu verbieten.“

(Syntax angepasst)

Im NSU-Prozess haben Verteidiger am Donnerstag einen Zug gesetzt, der die Richter zu lĂ€ngerem GrĂŒbeln veranlasste. Die beiden ZschĂ€pe-AnwĂ€lte Heer und Lickleder (Vertreter von Anja Sturm, Revisionsspezialist) schlossen sich einer Gegenvorstellung und einem Antrag der Wohlleben-Verteidiger an. Das dauerte vielleicht eine Minute. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl tuschelte daraufhin kurz mit seinen Mitrichtern und unterbrach dann die Verhandlung fĂŒr 90 Minuten. Es war, als wĂŒrde man ein Schach-WM-Spiel beobachten und Spieler A hĂ€tte seinen Springer auf C6 gestellt (oder so). Der Laie sieht nur, wie das Pferd bewegt wurde. Spieler B erkennt dagegen, dass da was droht. Der Zug könnte das Spiel verĂ€ndern. Was brachte die Richter ins GrĂŒbeln?

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