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Aufstieg der Nerds

Die Revolution der Piraten

Von Frank Schirrmacher

Ich vinde, di rechtschraibrevorm graift vil tsu kurts. Ainzelne w√∂rter ainer l√§nkst v√§lligen logischen renowirung tsu untertsijen sowi ein par kommasetsungen tsu ver√§ndern ‚Äď dass ist ja gants n√§tt. Aber es ist inkonnsekw√§nnt. H√§ttn di revormer di sache tsu √§nde gedacht, w√§re ir w√§rk als genijales w√§rk der menschaitsgeschichte gew√ľrdicht worrden. Ainige wenige, ainersaits an gesprochener sprache orijentirte, anderersaits logische regeln h√§tten gen√ľkt. Die verg√§ssenen rechtschraibregeln lauten:

√úberfl√ľssigge buchstaben, di man zumm schrifftlichen ausdrukk der sprache nicht ben√∂tikt, werden aus dem alfabet herau√ügenommen. V√∂llich antikwirt sind buchstaben, di lediglich zwai aufainander sto√üende konsonanten ausdr√ľkken. So beschtet das ‚ÄěZ‚Äú tats√§chlich aus den lauten ‚ÄěT‚Äú und ‚ÄěS‚Äú. Das ‚ÄěQ‚Äú, maist in verbindung mit dem ‚ÄěU‚Äú, wirrd als ‚ÄěK‚Äú und ‚ÄěW‚Äú gesprochen. W√§k damit. Entb√§rlich ist auch dass ‚ÄěF‚Äú. Schon in der √§rsten klasse l√§rnen wir, dass beide buchstaben als ‚ÄěFFFFF‚Äú oder auch ‚ÄěVVVVV‚Äú gesprochen werden. Einer von beiden ist also √ľberfl√ľssich. Wir haben uns entschiden, dass ‚ÄěF‚Äú zu straichen.
Kurts gesprochene wokale werden dadurch gek√§nnzaichnet, dass inen gedoppillte konnnsonanntn vollgen. Ausnamen werden appgeschafft. Statt ‚ÄěSack‚Äú schraiben wir ‚Äěsakk‚Äú.
Dass denungs-e nach dem i isst folglich √ľberfl√ľssich.
Übahaupt werden alle wokale stränng lautorijentirt verwänndit.
Auch zusammenges√§tzte wokale werden konsekw√§nnt lautorijentirt geschriben. Dass hun legt k√ľnnftich allso kaine ‚ÄěEier‚Äú, sondern aia.
Di kommasetsung follgt allain dem sprachlichin sinn.
Großbuchstaben gibbt äss nur tsu beginn aines sattsis.

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Sonderbar: Bisher dachte ich immer, Zwang und freie Wahl seien Gegens√§tze. Aus Frust √ľber ein erfolgreiches Volksbegehren f√ľr verbindlichen und zeugnisrelevanten Religionsunterricht hat Berlins rot-rote Senatsszene diesen Gegensatz jetzt aufgehoben und ein verr√§terisches neues Wort geschaffen: Wahlzwang.

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Potsdamer-Platz-Arkaden in Berlin. Jeden Tag w√§lzen sich um die 100.000 Kunden und Neugierige an den Gesch√§ften vorbei. Mit netten Aktionen unterst√ľtzt die Center-Leitung die Kauflust. Jetzt, vor Ostern, stehen auf der Hauptallee im Parterre 2,50 Meter hohe bemalte Ostereier. Bemalt und mit Info-T√§felchen versehen. Sie sollen “eine ungew√∂hnliche Sicht auf Berliner Befindlichkeiten” bieten, gemalt und betextet von einem K√ľnstler namens Knut Weise. Weiterlesen

Eigentlich hatte ich heute vor, √ľber eine Rede von Hans Modrow zu berichten, dem fr√ľheren Dresdner SED-Bezirkschef, quasi Honeckers Gouverneur in einem Teil des von Ulbricht zerschlagenen Sachsen, das heute wieder als komplettes Land existiert. Eingeladen hatte ihn ein Verein namens Rotfuchs. Modrow wollte seine Sicht auf die “Vorkommnisse der Jahre 1989/90” schildern, wie es in der inzwischen aus dem Netz gel√∂schten Veranstaltungsank√ľndigung hie√ü. Die R√§ume daf√ľr stellte die Volkssolidarit√§t, ein gemeinn√ľtzig anerkannter Verein, der das Ende der DDR √ľberlebte, heute Mitglied im Parit√§tischen Wohlfahrtsverband ist und nicht zuletzt von Steuergeldern lebt. Weiterlesen