Das Corona-Papier aus dem Innenministerium komplett zum Download

Inhaltlich hat das Bundesinnenministerium bisher nicht auf die Analyse eines seiner Referatsleiter zur Corona-Situation reagiert. Dabei wäre das angebracht. Der Mitarbeiter beschreibt teils haarsträubende Fehler. Dramatische Entscheidungen seien ohne ausreichende Datenbasis getroffen worden. Die gesundheitlichen Risiken des Virus seien nicht mit den Kollateralschaden eines Lockdown abgewogen worden. Dabei seien massive Schäden für Wirtschaft und Gesellschaft schon jetzt langfristig angelegt und bestenfalls noch zu begrenzen. Lebensstandard und Lebenserwartung würden deshalb abnehmen. Sogar in der derzeitigen aktuellen Lage würden die Schäden den Nutzen überwiegen. Pläne für Pandemien seien nicht umgesetzt, Ergebnisse von Übungen und Studien nicht zur Kenntnis genommen worden.

Das Papier kommt in der mir vorliegenden Fassung auf 83 Seiten. Es ist nicht als VS oder geheim gezeichnet. Der Autor begründet seine Arbeit damit, dass er in seiner Funktion als Referatsleiter im entsprechenden Fachbereich verpflichtet sei, eigeninitiativ die Lage zu bewerten und Vorschläge zu entwickeln. Das widerspricht der Aussage des Ministeriums, der Mann habe ohne Auftrag nur seine Privatmeinung zu Papier gebracht.

In der Diskussion ist dieses Dokument seit dem vergangenen Wochenende. Nach meinem Eindruck verfügen zahlreiche Redaktionen inzwischen über eine Kopie. Gleichwohl ist über die Inhalte im Detail nach wie vor vergleichsweise wenig im Umlauf. Ich stelle das Papier darum für Jedermann zum Download bereit.