Es ist grüner Stehsatz, zuletzt bemüht von Grünen-Chef Robert Habeck bei Anne Will: Wenn Deutschland nur voranginge mit der Klimapolitik und sich CO2-frei mache, dann sei Deutschland das Vorbild für den Rest der Welt. Der Rest der Welt werde dann nachfolgen.

Das Bild von Deutschland und der Welt, das die Grünen damit zeichnen, ist hoch problematisch. Sie sehen Deutschland als Zentrum der Welt. Deutsche Moral werde sich als die höhere Moral erweisen. Menschen anderer Kulturen würden dem nicht widerstehen können. 

Vorsichtshalber formulieren Habeck & Co. noch keinen Plan B – für den Fall, dass der Rest der Welt nicht glaubt, er habe um Deutschland und seine Grünen zu kreisen. Da Habeck & Co. allerdings den Weltuntergang voraussagen, falls die Weltbevölkerung ihnen nicht folgt, dürften seine Visionen zwangsläufig zu Konsequenzen führen. Auch Grüne dürften eher Waffengewalt befürworten als den sicheren Weg in den Weltuntergang. Angesichts der Debattenlage scheint diese Ultima Ratio unausweichlich.

China macht sich derweil an die Inbetriebnahme der ersten Atomreaktoren der dritten Generation, meldet Reuters. Deutsche Medien melden so etwas nicht. Das dürfte an der grünen Mehrheit vieler Redaktionen liegen. Als Deutschland noch halbwegs stolz auf seine Industrie und deren weltweiten Exporterfolg war, da gab es auch eine deutsche Kernkraftindustrie. Die galt weltweit als führend, gerade auch in punkto Sicherheit.

Atomkraft gilt Grünen jetzt als fossiler Energieträger

Nach der populistischen Umdeutung der Tsunami-Katastrophe in Fukushima zur Atomkatastrophe durch die Bundeskanzlerin ist die deutsche Nuklearindustrie allerdings abgeschafft. Atomphysik als Forschungsthema ist an den Universitäten annähernd ausgestorben. Das Wissen um Atomkraft ist heute nicht mehr deutsch.

Füglich kann Grünen-Chefin Annalena Baerbock ungebremst behaupten, Atomkraft sei auch nur eine fossile Energieform. Das ist so richtig oder falsch wie die Behauptung, in Fukushima sei ein Atomkraftwerk explodiert oder die Toten der Katastrophe seien Atomtote. Sogar Greta Thunberg bemerkte in einer ketzerischen Anwandlung, dass Atomkraft CO2-frei sei. US-Ökologen wie Stewart Brand haben darum schon vor langer Zeit ihre Haltung zur Atomkraft revidiert.

Deutschland hätte ohne den Atomausstieg heute also vermutlich ein vorzügliches Geschäftsmodell zur Energieerzeugung ohne CO2. Wie in den guten alten Zeiten würde die KWU Atomkraftwerke in alle Welt verkaufen. Vielleicht auch nach China oder Indien, wo der CO2-Ausstoß besonders schnell wächst. Deutschland würde auf diese Weise einen großen Beitrag für das Weltklima leisten. 

Das schönste dabei: Die Welt würde freiwillig mitmachen. Nicht, weil Grüne irgendwas von Moral schwafeln, von Vorbild, dem andere aus welchen Gründen auch immer (Habeck & Co. nennen keinen einzigen) nacheiferten. Nein: Die Welt würde einfach tun, was sie lange tat, nämlich gern Produkte Made in Germany kaufen.

Gute Geschäfte, das sollte bekannt sein, nutzen immer beiden Seiten, Käufern und Verkäufern. Gute Produkte lösen für die Käufer ein Problem und nutzen den Verkäufern finanziell. Moral, das sollte ebenfalls bekannt sein, ist kulturell bedingt überall anders, nur eingeschränkt universell und taugt eher zu Systemerhalt und Kontrolle denn zu Innovation. Auch, wenn grüne Utopisten das anders sehen.

Sekten lösen kein Problem, sie profitieren vom Problem

Aber tatsächlich ist es genau das Religiöse, das die Grünen stark macht. Das entchristlichte Deutschland sehnt sich offenbar nach Spiritualität. Das haben die Grünen verstanden. Sie sind jetzt die große Sekte des deutschen Wesens. Darum der völlig durchgeknallte Ausspruch, Greta sei eine Prophetin. Darum die faktisch falsche Behauptung, Atomkraft sei eine fossile Energieform. Solches Geschwätz schadet den Grünen nicht, es nützt ihnen. Die Gläubigen versammeln sich umso geschlossener, je absurder die Behauptungen werden. Naturwissenschaftliche Erkenntnis gilt ihnen als Verrat. Die ersten Wissenschaftler geben ja auch schon klein bei. Das war im Mittelalter nicht anders, als die Päpste ihre liebe Not mit der Wissenschaft hatten.

Und Geschäft, das mochten sie nie, die Sektierer. Sie mochten schon immer nur den unverdienten Reichtum und verstanden es, ihre Anhänger auszuplündern. Das Ausplündern gehört dazu wie der Katalog wirrer Verbote. Modern verpackt kommt es derzeit als Wunsch nach mehr Steuern und prohibitiven Preisen für alles mögliche daher. Aber nichts davon wird etwas bewirken.

Und das soll es auch gar nicht. Geschäft und Atomkraft verteufeln die Grünen Lichtmenschen ja deshalb, weil Geschäft und Atomkraft ein Problem real lösen. Aber die reale Lösung wäre der GAU für die Sekte. Er würde ihr das geistige Fundament nehmen. Die Welt erschiene dann nicht mehr als Jammertal. Also sabotieren die Sektierer die Lösung. Denn es geht ihnen nicht um die Welt. Es geht ihnen allein um sich.

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2 Kommentare
  1. Giovanni Gruen sagte:

    Zitat:…dann sei Deutschland das Vorbild für den Rest der Welt. Der Rest der Welt werde dann nachfolgen.
    Das einzige was der Rest der Welt dann tun wird ist uns schallend auszulachen auf unserem Weg in nordkoreanische Zustaende …

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