Die Lehrerin Verena Brunschweiger wird gerade von Redakteuren, die ihre Haltung vermutlich als fortschrittlich beschreiben würden, für ihre These gefeiert, der Mensch möge ab sofort aus Klimaschutzgründen auf Kinder verzichten. Jedes neugeborene Kind verursache wieder eine neue Menge CO2 und beschleunige damit den, äh, Weltuntergang, oder so.

Dass diese Debatte es tatsächlich quer durch den ganzen Mediengarten schafft, ist aus mehreren Gründen absurd. Zum einen ist die These uralt. Die für ihre treffsicheren Prognosen gerühmten Weisen des Club of Rome haben sie schon vor einigen Jahren vertreten. Zum zweiten hat der Verlag von Frau Brunschweiger ihr Buch, in dem sie diese These vertritt, wirklich und wahrhaftig als Sachbuch der Kategorie Naturwissenschaft herausgebracht. Man kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

Allerdings stimme ich ihr insoweit zu, als sie hier hoffentlich über ihre eigene Familienplanung spricht. Eine Frau, die so denkt, sollte besser wirklich keine Kinder haben. Die werden am Ende genauso klimapanisch wie die Mutter. Gut also, dass man sich darüber nicht sorgen muss. Dieser Gedanke zeigt aber freilich auch schon, dass Frau Brunschweiger ihre These nicht durchdacht hat. Ihre Fans dürfte sie ja eher in linken und grünen Milieus rekrutieren. Sollte Frau Brunschweiger überraschend zur erfolgreichen Prophetin und geistigen Führerin aufsteigen, so würden ausgerechnet diejenigen ihre Zukunft freiwillig aufgeben, die Frau Brunschweiger gedanklich zustimmen. 

Auch ohne mathematische Formel kommt man also darauf, dass der Bevölkerungsanteil der Klimaleugner oder Rechtsextremisten im Vergleich zum Anteil der Grünlinksguten zulegen würde – denn letztere würden demnach ja gerade ihre letzte Generation erleben und sich also spätestens dann, wenn auch Luisa Neubauer oder Jamila Schäfer in Rente gehen, von unserem voraussichtlich auch künftig schönen Planeten verabschieden. Um die überlebenden Gruppen damit kurz durchzugehen: Die einzig überlebenden Anhänger grüner Panikreligion werden dann Neonazis sein, die aber aus völkischen Gründen dennoch viele arische Babys in die Welt setzen werden und als  artgerechte germanische Artamamen wohl auch künftig mecklenburgische Dörfer bevölkern, und zwar unbehelligt durch linke Antifas, die es mangels Nachwuchs ja bald nicht mehr geben wird. Aber viele Kinder werden derzeit und wohl auch künftig auch in normalen mittelständischen Milieus geboren. Bei mir in Oberbayern herrscht jedenfalls reger Kinderwagenverkehr auf den Bürgersteigen. Mangel herrscht hier nur an Hebammen. Das ist die gute Konsequenz, die aus der Aktivität der Lehrerin Brunschweiger folgt: Auch die Vernünftigen werden im Vergleich zu den Panik-Anbetern mehr werden. Das kann nur gut sein.

Nicht ganz schlüssig bin ich mir ob des Umstandes, dass Frau Brunschweiger von Beruf Lehrerin ist. Und dann auch noch in Bayern. Zum Glück in Regensburg und nicht hier bei uns in Oberbayern. Wenn ich mir vorstelle, die würde meine Tochter unterrichten – ich glaube, das wäre für beide Seiten nicht so toll. Möge sie gern nach ihrer Facon glücklich werden, gern auch ohne Zukunft und Kinderglück. Und bitte ohne Rente oder Pension, denn die müssten ja die Kinder der anderen für sie mitbezahlen. Und bitte außerhalb meiner Lebenssphäre.

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1 Antwort
  1. J Grünewald sagte:

    Dass Menschen Ressourcen verbrauchen und dabei Abfallberge und CO2 produzieren, steht außer Zweifel. Ditto für kleine Menschen = Kinder. Da die Ressourcen auf diesem Planeten endlich sind und sich die Menschheit ‘wie die Karnickel’ vermehrt hat (einfach mal Weltbevölkerung googeln) ist Frau Brunschweigers Haltung gar nicht so unvernünftig und sehr kinderfreundlich!
    Im Übrigen stünde angesichts der hie und da sogar in den klassischen staatlichen geförderten Medien eingestreuten Hiobsbotschaften (Insekten, Artenvielfalt, Verschwinden der ‘grünen Lunge’ …) jedem etwas Panik gut zu Gesicht. Aber möglicherweise ist es ja so, dass sich Eltern primär mit “Taxifahrten”, Tagesplanung, günstigen Windelangeboten etc. beschäftigen als mit dem Zustand der Umwelt. Im Übrigen fände ich es toll, wenn ein Mensch wie Frau Brunschweiger mein Kind unterrichtete – hätte ich denn ein schulpflichtiges solches: Als Nicht-Mutter hat / hätte sie hoffentlich mehr Zeit und Muße sich auf den Unterricht und dessen Vorbereitung zu konzentrieren und hätte auch nach dem Unterricht Zeit für ein Gespräch hie und da mit den Schülern / deren Eltern. Bei erwerbstätigen Eltern mit durchgetaktetem Tagesablauf ist das erfahrungsgemäß eher nicht so wahrscheinlich. Beste Grüße.

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