Quotenfrau ist – zugegeben – ein böses Wort. Es suggeriert, Frauen würden in Zeiten der Quote nur deshalb auf Posten rutschen, weil die Quote ihnen die Türen öffnet und nicht die individuelle Fähigkeit. Allerdings ist es ja genau der Zweck der Quote, Frauen zu bevorzugen. Insofern ist nicht auszuschließen, dass das Ergattern eines quotierten Postens andere Fähigkeiten erfordert als das Ergattern eines unquotierten Postens. Das beginnt schon damit, dass der Hinweis, man sei zufällig weiblich, im Fall eines quotierten Postens einen Vorteil gegen die männlichen Bewerber bedeutet.

Die rheinland-pfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert scheint mit gewisser Wahrscheinlichkeit in die Kategerie Quotenfrau pur zu gehören – die Kategorie also, in der es allein darauf ankommt, Frau zu sein, ohne sonstige Fähigkeiten zu besitzen. Die ersten 31 Jahre ihres Lebens verbrachte sie ausweislich ihres Wikipedia-Eintrags (heutzutage hält sich jeder hauptamtliche Politiker für lexikonrelevant) mit dem Politikstudium und ihrer Promotion zum Thema „Die US-Sicherheitspolitik gegenüber Iran und Nordkorea“. Für eine produktive Karriere in einem schaffenden Gewerbe taugte das wohl nicht.

Mit 37 Jahren, im Jahr 2012, trat sie also in die CDU ein. Prompt wurde sie für einen sicheren Bundestagswahlkreis nominiert, im Jahr 2013 mit 44,3 Prozent der Wähler ihres Wahlkreises gewählt und hatte von Stund an einen gut bezahlten Mandatsjob. Vier Jahre später bewarb sie sich erneut. Trotz eines Verlusts von neun Punkten wurde sie mit 35,3 Prozent wiedergewählt. Im neuen Bundestag sitzt sie im Auswärtigen Ausschuss, was man angesichts ihres Promotionsthemas auch erwarten würde. Gehört hat man von ihr in Zeiten vielfältiger Schlagzeilen über den Iran, Nordkorea und die USA freilich nichts. Also buchstäblich: Nichts. Das ist in Zeiten der Trump-Kim-Gipfel eine Leistung. So gut muss sich jemand erst mal verstecken können.

Möglicherweise sieht sich Katja Leikert aber auch eher mathematisch qualifiziert. Dieser Tage twitterte sie zur Quote, und zwar folgendes:

Und dann, nach einigen nicht weiter erwähnenswerten Kritiken, dann dieser hier:

Damit macht die Frau deutlich, dass ihr so ziemlich alles egal ist, was zu solchen Jobs führt. Über die Besetzung eines CEO-Postens entscheiden ja eigentlich die Eigentümer einer Firma. Es ist noch recht neu, dass Politiker sich anmaßen, bei Besetzungsfragen in die Rechte der Eigentümer einzugreifen. Über die Besetzung des Bundestages entscheiden die Wähler in freier, gleicher und geheimer Wahl. So ist es im Grundgesetz geregelt. Das will die SPD an dieser Stelle abschaffen und den Wähler zwingen, Quoten-Parlamentarier zu wählen. Das wiederum findet Katja Leiking toll, wie ihre Tweets zeigen. 

Und sie dokumentiert eindrucksvoll, dass entweder ihre sprachlichen oder ihre mathematischen oder beide Fertigkeiten ziemlich unterentwickelt sind.

„Das passt schon“, meint die Quotenfrau. Und wenn nicht, wird’s passend gemacht.

Photo by David Brooke Martin on Unsplash
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