Im Namen des Weltklimas retteten die Grünen einen Auwald am Triftbach in Bad Aibling. Und das Trinkwasser retteten sie auch. Die Grünen-Politikerin Martina Thalmayr beschreibt auf der Webseite ihrer Partei, wie es dazu kam. Thalmayr möchte bei den Kommunalwahlen kommendes Jahr gerne Bürgermeisterin werden.

Als ich das erste mal über diese unsinnigen Pläne in meinem Blog und auf der Webseite der Grünen Bad Aibling geschrieben habe, hätte ich aber nie gedacht, wieviele Mitstreiterinnen und Mistreiter wir innerhalb kürzester Zeit sein würden. Unzählige Gespräche, Leserbriefe, Postings im Internet und andere Wortmeldungen haben klar gemacht: Das geht so nicht! Eine einzelne Stimme mag gerne überhört werden, aber dieser ganze Chor an kritischen Stimmen konnte nun niemand mehr ignorieren. Die Anträge wurden im Rat zurückgezogen. Wieder einmal habe ich gemerkt, wieviel stärker wir gemeinsam sind. 

Blog von Martina Thalmayr

Worum ging es hier? Darum, dass die Mehrheit im Stadtrat zusammen mit den Stadtwerken gern eine Stellfläche für Wohnmobil-Urlauber vergrößert hätte. Dafür sollten einige Bäume gefällt werden (ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, es ging um acht Bäume) und die doppelte Anzahl Bäume dafür an anderer Stelle angepflanzt. Bei Martina Thalmayr ist von der Dimension der geplanten Baumfällung nichts zu lesen. Sie umschifft diesen Punkt, so dass es jetzt bedeutend dramatischer klingt als es ist.

Auwälder sind besonders artenreich und haben eine ausgeprägte Kraut- und Strauchschicht. Sie sind ein besonders guter Lebensraum für Vögel, Insekten und Fledermäuse. Außerdem ist unser Auwäldchen ein Naherholungsgebiet für die Anwohner und Teil einer beliebten Spazierrunde. Der Stadtentwicklungsplan Bad Aibling sieht eine Erweiterung des Kurparks vor, die dieses Auwäldchen miteinbezieht. In der Zukunft wird die kühlende Wirkung der Grünzüge, insbesondere der Wälder noch wesentlich stärker an Bedeutung gewinnen.

Blog von Martina Thalmayr

Die „kühlende Wirkung der Grünzüge“ hält Thalmayr natürlich wegen des Klimawandels für wichtig, der für sie das Querschnittsthema schlechthin auch in der Kommunalpolitik ist. So will sie, dass jegliches Vorhaben der Stadt einem „Klimacheck“ unterworfen wird. Einen solchen Querschnitts-Check soll es allein für das „Klima“ geben und für keinen anderen Themenbereich. Das entspringt derselben monokausalen Endzeit-Logik, die auch die Fridays-for-Future-Bewegung prägt und die tatsächlich eher eine No-Future-Bewegung ist. Wer braucht Schule, Bildung, Wohnung, Transport, ein Sportbad, eine Geburtshilfestation oder gar Essen und Trinken, wenn die Welt eh gleich untergeht?

Liebe Kandidatin, stimmt es, dass Du auf Deinem Privatgrundstück Bäume gerodet hast?

In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage an Dich, Martina. Ich hörte, Du habest auf Deinem Grundstück in Bad Aibling (bzw. dem Deiner Tante, auf dem Du aber wohnst) selber Bäume abgeholzt. Stimmt das? Ich hörte auch, dass Du im Stadtrat danach gefragt wurdest, aber keine recht plausible Antwort geben wolltest. Immerhin soll es so sein, dass Du ersatzweise neue Bäume angepflanzt haben sollst. Das wäre ja dann dasselbe, was die Stadt in Sachen Wohnmobil-Parkplatz auch vorgehabt hätte. Warum wäre das im einen Fall schlimm und im anderen nicht?

Liebe Kandidatin, warum findest Du es gut, Stadträte von außen unter Druck zu setzen und die demokratische Abstimmung über einen Antrag zu verhindern?

Dann würde ich außerdem gerne wissen, warum Du es so gut findest, wenn die Stadträte von außen unter Druck gesetzt werden statt in ihrer frei gewählten Zusammensetzung mit Mehrheit zu entscheiden. Ich meine damit den von Dir gepriesenen „Chor der kritischen Stimmen“, der den Antrag vor einer Abstimmung hinfortfegte.

Warum feierst Du es als Erfolg, dass ein gestellter Antrag zurückgenommen wurde, statt ihn zur Abstimmung des dafür gewählten Gremiums zu stellen? Findest Du das nicht undemokratisch?

Liebe Kandidatin, wie findest Du es, dass Deine Parteifreunde dem Ebersberger Forst an die Bäume wollen?

Schlussendlich würde mich auch Deine Meinung zum Ebersberger Forst interessieren. Deine Parteifreunde in unserem nördlichen Nachbar-Landkreis sind ja dafür, den größten zusammenhängenden Wald in Bayern massiv zu beschneiden und flächenhafte Rodungen für Windräder zuzulassen (falls Du das nicht mitbekommen hast: Hier nachlesen). Gibt es für Dich also gute und schlechte Bäume? Solche, die am rechten Fleck wurzeln und solche, die zur falschen Zeit im falschen Wald stehen?

Ach ja, auch das noch: Weißt Du eigentlich, dass Bäume in unseren Breiten keineswegs auf dem Rückzug sind, wie Deine Partei das gern immer suggeriert? Auch Du, wenn Du z.B. Betonierung oder Flächenversiegelung beklagst, weil das eben so schön düster klingt und Dir und Deiner Partei immer dieses gewisse Weltenretterimage verleiht?

Tatsächlich sieht die Sache ja ganz anders aus. Das Weltwirtschaftsforum, den Grünen durchaus zugetan, hat eine Studie der Universität Maryland ausgewertet, die zu einem ganz anderen Ergebnis kommt. Demnach ist der Baumbestand zwischen 1990 und 2015 in Europa, Asien und Nordamerika und damit auch global kräftig angestiegen. Gesunken ist er in Afrika und Südamerika.

So dass hier noch zu fragen wäre, ob Deiner Meinung nach die Aufforstung der Wälder in Afrika und Südamerika im Rathaus von Bad Aibling zu regeln wäre oder ob es nicht sinnvoller wäre, hier für eine Geburtshilfestation, das dringend vermisste Sportbad in Aibling, verbesserte Bedingungen für Familien oder die Reduzierung der Lkw-Lawine durch die Kirchzeile zu sorgen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.