Wer sich einmal an Facebook gewöhnt hat, wird es vermissen, wenn es plötzlich nicht mehr existieren sollte. Das ist die eine Wahrheit, der wohl die meisten zustimmen. Die andere lautet: Facebook ist eine Plage mit seinen ständig wechselnden Privacy-Optionen, seinen lästigen sogenannten Apps, seinen irgendwie sinistren Anführern. Ich bin normalerweise nicht überempfindlich, aber als ich mitbekam, dass Facebook die hochgeladenen Adressbücher von Nutzern verwendete, um den darin verzeichneten Kontakten Werbung zu schicken, war ich nicht nur froh, mein eigenes Adressbuch offline gelassen zu haben, sondern verstand mich ab sofort nur noch als Facebook-User auf Abruf. Sobald eine Alternative erscheinen sollte, die dasselbe kann wie Facebook und die das Zeug hat, auch meine FFs (Facebook-Freunde) anzusprechen, würde ich den Wechsel einleiten (allein wohl eher nicht, das hätte das ja keinen Sinn).

Im September könnte es soweit sein. Am 15. September will Diaspora im Netz erscheinen. Dabei handelt sich um ein Gemeinschafts-Netzwerk wie Facebook. Es soll mehr oder weniger alles können, was Facebook auch kann. Gleichzeitig behält der Nutzer aber die volle Autonomie über seine Daten. Die Software samt allen Einstellungen und Dateien läuft nach Wunsch auf dem eigenen Rechner oder einem Server im Netz. Eine zentrale Schaltstelle wie bei Facebook existiert nicht. Diaspora wird unter einer Open-Source-Lizenz herauskommen. Das bedeutet: Der Code liegt im Quelltext vor, kann von jederman eingesehen, verändert und verteilt werden. Das wiederum bedeutet: eine mutmaßlich große Zahl von Entwicklern wird ziemlich fix Erweiterungen und Ergänzungen programmieren, z.B. Apps für iPhone oder Android.

Die vier Schöpfer von Diaspora haben sich offensichtlich ein paar schlaue Gedanken gemacht. Das zeigt die Lösung, an der sie laut ihrem Blog in diesen Tagen arbeiten. Sie wollen auf einfache Weise eine Funktion einbauen, die es ermöglichst, zwischen Kollegen und Saufkumpanen unter den Kontakten zu unterscheiden. Wenn ihnen das gelingt, könnten sich Xing & Co. womöglich auch demnächst erledigen.

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