Drei Zimmer in München-Schwabing, fast 100 Quadratmeter, renovierter Altbau, schöne, helle Zimmer, schickes Bad, moderne Küche – für 500 Euro Monatsmiete, und dann auch noch ohne die übliche Gauner-Gebühr für den Makler. Solche Angebote gab’s in den letzten Tagen mehrfach bei Immobilienscout24.de. Inzwischen reagieren die Immobilienportale auf die Betrüger (siehe Nachtrag). Ich kenne jemanden, der darauf geantwortet hat und dann ziemlich bald zweifelte, dass das wahr sein konnte, was so super klang.

Auf die erste Antwort meldete sich der vorgebliche Vermieter mit einer englischsprachigen E-Mail. Er sei Hauptmieter und vermiete die Wohnung unter, und zwar für mindestens fünf Jahre. Der Job habe ihn nach London verschlagen, wo er gerade unabkömmlich sei. Ob man ernsthaft interessiert sei. Ja, man sei, schrieb die Suchende zurück.

Ein Engländer namens Axel Zimmermann

Wenig später landete eine weitere E-Mail auf eine andere, ähnlich attraktive Wohnungsanzeige im Eingangsfach. Wieder ein Engländer. Er stellte sich darin als 58 Jahre alter Grafikdesigner vor, der nach Liverpool umgezogen sei, glücklich verheiratet, Kind, Hund, “den wir alle sehr lieben”. Die Wohnung sei sein Eigentum, er habe keinen eigenen Bedarf mehr dafür und wolle sie darum vermieten. Er werde auch künftig niemals Eigenbedarf geltend machen, schreibt er dazu. Im Job laufe es prima für ihn. Gerade bilde er einige neue Mitarbeiter aus, der Tagesablauf sei darum etwas “hectic”. Er könne leider keinen richtigen Besichtigungstermin organisieren. Was man da denn machen könne?

Was Engländer Nummer 1 betrifft – der beantwortete diese Frage in seiner nächsten E-Mail. Er habe den Wohnungsschlüssel bei einer Münchner Adresse deponiert. Dort könne er abgeholt und die Wohnung gleich bezogen werden. Die Firma würde beim Aushändigen des Schlüssels vorab nach der ersten Miete in Höhe von 500 Euro fragen. Aha, dachte die Suchende, so also läuft der Hase, es geht nur ums Abzocken der 500 Euro. Laut E-Mail-Absender heißt Engländer Nummer 1 übrigens “Axel Wolfhart Zimmermann”, ein vermutlich eher seltener Name auf der Insel.

Betreiber löschen Betrugsangebot

Wenig später landete schon wieder eine E-Mail im Korb, diesmal von den Verwaltern von Immobilienscout24.de. Betreffzeile: “Warnung vor Betrugsfällen – keine Vorkasse für Besichtigungen!” Dann heißt es, nicht überraschend: “Vor kurzem haben Sie Kontakt zu einem Anbieter einer Immobilie auf unseren Seiten aufgenommen, bei dem es sich um einen potentiellen Betrüger handelt”. Das Angebot sei inzwischen deaktiviert worden. Auch die Masche zeichnen die Immobilienscouts noch einmal nach:

“Sie erkennen den Betrug daran, dass Sie vom vermeintlichen Anbieter eine E-Mail erhalten (meist in englischer Sprache), in der Ihnen mitgeteilt wird, dass der Vermieter nicht in Deutschland ist und Ihnen deshalb keine Besichtigung ermöglichen kann. Er bittet Sie deshalb um eine Zahlung per Vorkasse. Nach deren Eingang sollen Sie dann angeblich die Schlüssel erhalten, um die Wohnung besichtigen zu können.”

Gefolgt von der Aufforderung:

“Aufgrund der uns vorliegenden Erkenntnisse empfehlen wir Ihnen dringend, den Kontakt zu diesem Anbieter abzubrechen und keine Zahlung zu leisten.”

Womit wir bei einer recht trivialen Feststellung wären: In München gibt es keine Traumwohnung mitten in der Stadt, 100 Quadratmeter, Altbau, renoviert, für 500 Euro.

133 Kommentare
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  1. Käufer sagte:

    Jennifer Magnier Wirz (jennifer.mw2000@gmail.com) ist auch in Bonn aktiv ;-)

    Hallo, ich erhielt eine Frage auf meine Ankündigung in Bezug auf meine Immobilie zu verkaufen.

    Ich bin Jennifer Magnier und Ich bin der Eigentümer auf der Immobilie:
    Rostocker Straße 53, 53117 Bonn, Buschdorf:
    4,00 Zimmer. | 120,00 m² | 300,00 m² Grundstück | Garage | Baujahr: 1972:
    Preis: 109.000 €
    Wenn Sie immer noch interessiert sind, bitte kontaktieren Sie mich um Ihnen weitere Informationen darüber zu geben, wie ein Besuch der Immobilie zu planen.

    Sprechen Sie Englisch? Es einfacher für mich.

    Vielen Dank, ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.
    Über positive nachricht würde ich mich sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jennifer Magnier Wirz

    Antworten
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