Pop-Aktivisten Bono und Herbert Grönemeyer. 2007 standen sie in Rostock bei "Deine Stimme gegen Armut" auf der Bühne / Foto: u2005.com via Flickr

Erinnert sich noch jemand an die triumphierenden Auftritte für eine bessere Welt bei den Live8-Konzerten vor fünf Jahren? Als Musiker wie U2, Herbert Grönemeyer, Wir sind Helden, BAP, A-Ha und viele andere die etwas anmaßende Botschaft an die G8-Regierungschefs sandten, mehr Geld nach Afrika zu schicken? “Und sie hatten uns zugehört”, schreiben die Organisatoren auf ihrer Webseite, die aussieht, als sei sie vor langer Zeit zum letzten Mal aktualisiert worden.

Live8 war das Nachfolgeprojekt von Live Aid im Jahr 1985, dem bis heute größten weltweiten Konzertereignis. Damals wurde der Grundstein für eine bis heute boomende Entwicklungshilfe-Industrie gelegt. In Äthiopien waren vor zwanzig Jahren 70 Hilfsorganisationen tätig, heute sind es mehr als 5000, rechnet die britische Daily Mail vor. Ein durchschnittliches afrikanisches Empfängerland stelle jährlich 10.o0o Empfangsberichte für Spendenzahlungen aus und müsse jährlich 1000 Funktionäre aus den Geberländern bespaßen.

Nur negative Nachrichten bringen Spendengelder

Die konkurrieren immer brutaler um Spendengelder. Das ist manchmal unübersehbar, wenn etwa Hilfswerke wie Misereor oder Brot für die Welt das Land mit teuren Plakatkampagnen überziehen. Die zeichnen nebenbei ein fatales Bild von Afrika. Der Kontinent wird dauerhaft als Armenhaus wahrgenommen. Veränderungen zum Besseren, die es in zahlreichen Ländern längst gibt, werden nicht wahrgenommen, weil hohe Werbebudgets negative Botschaften erzwingen. Die Daily Mail zitiert den Chef einer Hilfsorganisation in Nairobi mit den Worten: “Wenn man nicht negativ genug ist, bekommt man keine Spenden”. Gute Nachrichten dagegen seien schädlich.

Die niederländische Autorin Linda Polman hat den Effekt der Live-Aid-Hilfe in Äthiopien im Detail untersucht, schreibt die Daily Mail. Zuerst flogen Heerscharen westlicher Reporter ein. Die mussten täglich hohe Beträge in örtliche Währung zwangstauschen, was die Kriegskasse der Machthaber gefüllt habe. Die Nahrungsmittelhilfe wurde missbraucht, um die Menschen in Zwangslager zu stecken. Hunderttausende wurden auf Staatsfarmen im Süden des Landes deportiert. Jeder Sechste kam zu Tode. Die Hungersnot, die die Live-Aid-Helfer so begierig ausbeuteten, hatte das marxistische Regime in Addid Abeba selber geschaffen – mit einer brutalen Enteignungswelle, genannt Landreform, nach Machart von Stalin oder Mao und mit denselben fatalen Folgen.

Die alleinigen Profiteure: Bono, Grönemeyer und Co.

Nicht alle Musiker dieser Welt sind dumm oder skrupellos genug, um ihre Fans mit Aktionen wie Live Aid zu manipulieren. Keith Richards von den Rolling Stones verweigerte seine Teilnahme mit der Begründung, dort seien keine afrikanischen Künstler geladen. Genau dieser Umstand sorgte auch in Afrika für Empörung. etwa bei dem senegalesischen Grammy-Preisträger Baaba Maal.

Bis heute ignorieren die Wortführer der Pop-Propandisten die schädlichen Wirkungen ihrer Aktionen. Herbert Grönemeyer ließ sich zwar 2003 in einer Stern-Serie bei einer PR-Reise durch Afrika als Wohltäter preisen, schweigt aber zu den Berichten von Polman und anderen. Ebenso halten es Bono oder Bob Geldof. Sie sind, neben den korrupten Herrschern in Afrika, die einzigen, die von ihrer geheuchelten Wohltätigkeit profitieren. Tatsächlich manipulieren sie ihre Fans im Westen mit ihren Hausnegern in Afrika.

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Lesetipp zu den verhängnisvollen Folgen der Entwicklungshilfe: Dead Aid von Dambisa Moyo – eines der besten Bücher zum Thema, das erstaunlicherweise bis heute nicht auf deutsch erschienen ist.

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