Elon (39) hat als Unternehmer Millionen verdient und will in 20 Jahren auf den Mars fliegen. Angefangen hat er vermutlich ähnlich wie Miron (5) | Foto-Credits: siehe unten

Mit den alten Seefahrer-Entdeckern wie Magellan, James Cook oder Christoph Columbus hat die Raumfahrt im Jahr 2011 noch nicht viel zu tun. Das Space Shuttle, das diese Woche endgültig ausgemustert wird, ist, um im Bild zu bleiben, eher eine Art Küstenboot. Ein paar Minuten Gas geben, in Sichtweite herumschippern, ankern und dann wieder zurück ans Ufer – mehr konnte die Raumfähre ja nicht. Der Mondflug im letzten Jahrhundert steuerte immerhin die nächstgelegene Insel an, durchquerte dabei freilich auch nur Flachwasser. Das weiteste, was die Menschheit bisher schaffte, ist die unbemannte Raumsonde Voyager 1. Nach 33 Jahren hat sie den Rand des Sonnensystems erreicht. Dort wird sie gerade kräftig von magnetischen Blasen durchgeschüttelt. Die markieren den äußersten Rand der Einflusszone der Sonne. Dahinter ist offenes All. Unbekannte Weite.

Die kann schrecken oder reizen. Magellan, Cook und Columbus waren fasziniert davon, unbekannte Ozeane zu durchqueren und neues Land zu entdecken. Diese Faszination ist ungebrochen. Da mag mancher sagen, bemannte Raumfahrt rechtfertige das Risiko nicht, sei zu teuer oder bringe keinen wirtschaftlichen Ertrag. Darum geht es erstmal auch nicht. Es geht vielmehr um den Reiz am Abenteuer und am Neuen. Das weiß auch die Nasa, die mit dem Ende des Space-Shuttle-Projekts vorübergehend kein Raumschiff zum Transport von Astronauten mehr besitzt und für ihre Leute Tickets auf russischen Raketen lösen muss, Stückpreis: 50 Millionen Euro – offenbar ein Schnäppchen gegen einen Platz im Space Shuttle, dessen Kosten die USA nie wirklich offengelegt haben.

US-Unternehmer plant Umzug auf den Mars

Da ist die eine Million ein Klacks, die die Nasa und die Innovationsschmiede des Pentagon, Darpa, für eine weit faszinierendere Idee ausgelobt haben, nämlich das Hundert-Jahre-Sternenschiff-Programm. Die Million ist dafür gedacht, Träumern für möglichst abgefahrene Ideen ein bisschen Geld zu bezahlen. Bei diesen Ideen soll es nicht mehr darum gehen, in Küstennähe zu schippern, sondern richtig weit zu fliegen. Hinter die Zone der magnetischen Blasen, raus in offene All, in der Hoffnung, neue Planeten zu entdecken. In hundert Jahren soll es soweit sein. Da soll der erste Hochsee-Raumdampfer ablegen.

Die Faszination eines All-Flugs werden bis dahin immer mehr Menschen erleben können. Der Unternehmer Richard Branson startet nächstes Jahr seinen kommerziellen Spaßflug-Dienst mit Ausflügen zum Rand der Erdatmosphäre. Sein noch ambitionierterer US-Kollege Elon Musk konstruiert derweil Raumfrachter und arbeitet an seiner eigenen Version eines Personen-Sternenschiffs. Das soll mit Passagieren in spätestens 20 Jahren den Mars ansteuern. Er selber will mit an Bord sein und sich fürs Alter auf dem Mars zurückziehen, sagt er ganz im Ernst. Das hat schon eher was von den alten Entdeckern, zumal Musk kein Spinner ist. Er hat den Bezahldienst Paypal mitgegründet, dann den Elektroauto-Hersteller Tesla und 2002 seine Weltraumfirma SpaceX.

So stellt sich ein Nasa-Zeichner ein Sternenschiff der Zukunft vor

Fotos: bitterlemmer (großes Foto oben), jurvetson via Flickr (kleines Foto oben), Nasa (Foto unten)

1 Antwort
  1. Klaus sagte:

    Christoph, und wenn es so weit ist, fliegen wir beide mit – in die grenzenlose Weite des Alls, dorthin, wo es keine Claudia Roth und keinen militanten Islan gibt, wo man nicht zwischen Angela Merkel und Siegmar Gabriel wählen muss – kurzum: dort hin, wo man das Paradies erwarten darf….

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