Wo sind die Röntgenbilder, die womöglich beweisen, dass der tote Rudolf F. noch einen intakten Kehlkopf hatte, als er in die Klinik kam? „Die Staatsanwaltschaft hat unsere Röntgenbilder verschlumpert“, sagte der Verwaltungsdirektor des Rhön-Klinikums Meiningen, Joachim Schaar. Diese Aussage ist brisant, denn es ist strittig, was auf den Röntgenbildern zu sehen war. Staatsanwaltschaft Meiningen und Rechtsmedizin Jena behaupten, der Kehlkopf von F. sei schon gebrochen gewesen, als er in die Klinik kam. Zwei Hamburger Pathologen bestreiten das. Die Frage, um die es dabei geht, lautet: Wurde F. in der Klinik umgebracht, oder starb er an den Folgen eines Unfalls zu Hause?

Schaar sagte, am 4. September 2007 sei die Polizei mit einem Richterbeschluss in der Klinik angerückt und habe die Röntgenbilder beschlagnahmt, die nach der Einlieferung von Rudolf F. angefertigt worden waren. F. war am 9. August in der Intensivstation gestorben. An seinem Hals fanden sich massive Verletzungen, die Rudolf F. nach Ansicht der Obduzenten gewaltsam in der Klinik zugefügt worden sein müssen. Die Staatsanwaltschaft lehnt aber ein Ermittlungsverfahren mit der Begründung ab, die Leiterin der Rechtsmedizin, Gita Mall, und der Zweitgutachter, Hansjürgen Bratzke aus Frankfurt/M., kämen zu einem anderen Resultat.

Schaar sagte, im Jahr 2007 habe seine Klinik noch kein elektronisches Röntgen-Archivierungssystem besessen. Die Bilder, die die Klinik an die Ermittler herausgegeben habe, seien die originalen Röntgenabbilder. Es gebe keine Kopien. Über die Herausgabe an die Staatsanwaltschaft sei ein Übergabeprotokoll gefertigt worden. Später habe die Staatsanwaltschaft die Krankenakte F. zurückgegeben, aber ohne die Röntgenbilder. Die sind verschwunden, und zwar bis heute.

Staatsanwaltschafts-Sprecher Thomas Waßmuth sagte, „wir haben die Bilder nicht verschlampt“. Wie sie verloren gingen, wisse er nicht.

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Mit demselben Thema beschäftigte sich auch die Thüringer Allgemeine. Hier der Artikel.

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  1. […] ein Verstoß gegen die Aufbewahrungspflicht von mindestens zehn Jahren. Klinik-Chef Joachim Schaar sagte auf meine Anfrage: “Die Staatsanwaltschaft hat die Röntgenbilder verschlumpert”. Die […]

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