Ganz pannenfrei sind die Ermittlungen im Fall Dennis wohl nicht gelaufen. Offenbar haben zahlreiche Behörden nicht genau hingeschaut, als sie mit dem jetzt festgenommenen Martin N. zu tun hatten. Der Spiegel enthüllt, N. habe in den 90er Jahren häufig zehn bis 15 Jahre alte Kinder aus sozial schwachen Familien zur Pflege bekommen und in seiner Bremer Souterrainwohnung untergebracht. Damit stellen sich zwei Fragen: 1., seit wann war erstmals N.’s pädophile Neigung aktenkundig, und 2., wie lief der Informationsaustausch zwischen den Behörden.

Dennis wurde vor zehn Jahre als Neunjähriger aus einem Schullandheim entführt und ermordet. Vor einigen Tagen meldete sich ein Missbrauchsopfer N.’s, das früher schon zum Fall Dennis gehört wurde und lieferte neue Informationen. Daraufhin erschien die Polizei letzten Mittwoch im Haus des N.’s, von Beruf ausgerechnet Pädagoge. Den Mord an Dennis und zwei weitere  Morde gab er zu, erheblich mehr werden ihm zur Last gelegt.

Was auch verstört:

  • Martin N. stand in der Causa schon einmal unter Verdacht. Die Soko Dennis verhörte ihn. Er habe aber Fragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet, daher sei ihm nichts nachzuweisen gewesen, hieß es jetzt bei den Ermittlern.
  • Zwei Mal stand er in den letzten Jahren vor Gericht. 2005 war er wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. Er soll zwei Jungen, sechs und acht Jahre alt, über den nackten Bauch gestreichelt haben. Ein Vergehen “an der Grenze zur Straflosigkeit”, sagte Hamburgs Justizsprecher Wilhelm Möllers, das gegen 1800 Euro Geldauflage straflos ausging.
  • Ebenfalls 2005 musste er wegen versuchter Erpressung vor Gericht. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er von einem Berliner Pädophilen 20.000 Euro verlangt habe. Andernfalls werde er Kinderpornos aus dessen Besitz veröffentlichen, drohte er.

Martin N. dürfte ein ganz schweres Kaliber sein. Es geht um drei Kindermorde und 40 Fälle sexuellen Missbrauchs.

Bisher.

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