Traurigkeit und Apathie – das fällt den meisten ein, wenn sie an Depressionen denken. Tatsächlich haben Depressionen aber einen positiven Nebeneffekt. Sie verbessern die Fähigkeit, bestimmte Aufgaben zu lösen. Das fand ein internationales  Wissenschaftler-Team aus den USA, der Schweiz, München und Berlin heraus.

Für ihre Studie baten die Forscher depressive und gesunde Teilnehmer, sich in die Rolle eines Personalchefs zu versetzen, der am Computer Bewerbungen zu sichten und sich für die besten Bewerber zu entscheiden hat. Wer die besten Kandidaten entdeckte und einstellte, wurde mit virtuellem Geld belohnt. 

Dabei zeigte sich, dass sich depressive Teilnehmer kritischer und geduldiger durch die Bewerbungen klickten als Gesunde. Gesunde entschieden sich schneller für ihre Favoriten und übersahen Details in den Bewerbungen. Depressive waren weniger fix entschlosen und brauchten länger, bis sie sich entschieden. Das war von Vorteil: Sie trafen die besseren und fundierteren Entscheidungen. Am Ende hatten Depressive mehr Guthaben auf ihren Konten. 

Schon früher haben einige Psychologen Vorteile einer Depression gesehen – neben den unbestreitbaren Nachteilen für die Patienten. Paul Andrews vom psychologischen Institut der Virginia-Universität vermutete stärkere analytische Fähigkeiten und mehr Beharrlichkeit bei Depressiven. Frühere Studien bestätigten das, arbeiteten aber nur mit Patienten, deren Leiden nicht klinisch behandelt werden musste. Das ist an der neuen Studie anders: an ihr nahmen auch Schwerdepressive teil. 

Quelle: hier

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