links: Deutliche zirkulÀre Strangulations-Marke

vorn: Einblutung unter dem Kehlkopf

rechts: Druckmarke und Einblutung

 

 

 

 

 

Ich habe mich entschlossen, weitere Obduktionsfotos von Rudolf F. zu veröffentlichen. Sie zeigen seinen Hals von links, rechts und von vorn. Auf der linken Halsseite ist deutlich die schon mehrmals beschriebene zirkulĂ€re Strangulationsmarke zu sehen, von der Ă€rztliche Leiter eines öffentlichen Rettungsdienstes* sagt, sie stamme von einem Kabel, einem Draht oder Ă€hnlichem, aber niemals – wie von Jenas Rechtsmedizin-Chefin Gita Mall behauptet – von einer Rettungs-Halskrause zum Fixieren des Kopfes. An der Vorderseite ist zu sehen, wie die Strangulationsmarke am Kehlkopf endet – nĂ€mlich in einer runden und deutlich sichtbaren Einblutung. Frau Mall hatte im Meininger Tageblatt gesagt, eine Strangulation sei unmöglich, weil HautabschĂŒrfungen fehlten, die dabei entstehen. Offenbar geht sie dabei davon aus, ein TĂ€ter mĂŒsse eine geschlossene Schlinge um den Hals gelegt und die zugezogen haben. Das Foto der rechten Halsseite von Rudolf F. legt einen anderen Tathergang nahe. Darauf – wie auch auf dem Foto der Halsvorderseite – ist ein großer blauer Fleck zu sehen, eine Druckmarke. Demnach könnte ein TĂ€ter den Draht oder das Kabel nur von der Seite um den Hals gelegt, krĂ€ftig gezogen und gleichzeitig mit dem Handballen oder der Faust seiner anderen Hand gedrĂŒckt haben.

Laut Frau Mall stammen die Halsverletzungen entweder von der Halskrause oder von einem Sturz des Mannes auf die hintere Seite des Halses. Ich habe ihr bereits vor zwei Wochen die beiden neuen Fotos geschickt, mit der Bitte, die Verletzungen darauf zu erklÀren. Sie hat bisher nicht geantwortet.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Gutachtens von Frau Mall eingestellt und den Fall – jedenfalls bisher – zu den Akten gelegt.

Fachkundige Kommentare sind natĂŒrlich willkommen.

* Der betreffende Mediziner hat mich gebeten, seinen Namen aus meinem Blog zu entfernen, weil er Schwierigkeiten mit seinem Dienstherrn vermeiden möchte. In der Sache bleibt er bei dem, was er gesagt hat

8 Kommentare
  1. Wolfgang Muche sagte:

    Das ist doch absolut pietĂ€tlos hier Fotos des Toten von der Obduktion einzustellen. Da stimme ich voll dem Pathologen zu, wenn er meint, dass diese Recherche reißerisch ist.
    Und was ist das denn fĂŒr eine Masche, sich stĂ€ndig selber zu kommentieren? Soll das so aussehen, als wenn das eine Menge Leute lesen?

    Antworten
  2. bitterlemmer sagte:

    Ich habe lange gezögert, die Fotos einzustellen. Ich habe es jetzt gemacht, weil sie den Fall sehr klar dokumentieren. Sonst wĂ€re man auf die Interpretationen der Gutachter allzu sehr angewiesen – und bleibt am Ende ratlos.

    Die "Kommentare" sind keine Masche, sondern Pingbacks. Die schreibt meine Blogsoftware leider ungefragt automatisch. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich die stoppe. Stören mich selber.

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] eigenen Obduzenten zum natĂŒrlichen Tod – trotz deutlicher Strangulationsmarken am Hals (wer den Link klickt, kann sich Obduktionsfotos anschauen) und nach geradezu aberwitzigen Kungeleien und […]

  2. […] Obduktionsfotos zeigen den Hals des alten Mannes von allen Seiten |12. Apr. 2010 … Wolfgang Muche. Das ist doch absolut pietätlos hier Fotos des Toten von der Obduktion einzustellen. Da stimme ich voll dem Pathologen zu, … […]

  3. […] er fĂŒnf Tage vorher in seinem Haus stĂŒrzte. Und schließlich ist da noch diese hĂ€ssliche rote Strangmarke um seinen Hals. FĂŒr die hat das Gutachten keine eindeutige ErklĂ€rung, hier stellt die […]

  4. […] worden waren. F. war am 9. August in der Intensivstation gestorben. An seinem Hals fanden sich massive Verletzungen, die Rudolf F. nach Ansicht der Obduzenten gewaltsam in der Klinik zugefĂŒgt worden sein mĂŒssen. […]

  5. […] weigern sich, massive und brutale Halsverletzungen zur Kenntnis zu nehmen. Sie weigern sich, ĂŒberhaupt zu ermitteln, ob die von einem Verbrecher […]

  6. […] Meiningen. Offenbar hatte das Pflegepersonal gerade Schichtwechsel, niemand passte auf. Anhand der Obduktionsfotos, die ich ihm zeigte, skizzierte der Berliner Rechtsmediziner Volkmar Schneider die wohl […]

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