Zwei Pathologen des Hamburger UKE, Prof. Guido Sauter und Dr. Jozef Zustin, vertreten im Fall des toten Rudolf F. aus Meiningen eine andere Ansicht zur Todesursache als das rechtsmedizinische Institut in Jena. Die Jenaer sprechen von einem natürlichen Tod und werden in ihrer Einschätzung von Prof. B. aus F. unterstützt. Sauter und Zustin sind der Ansicht, das Opfer sei massiven und gewaltsamen Halsverletzungen erlegen. Ein makaberer Gelehrtenstreit – der womöglich dazu führt, dass der mutmaßliche Täter ungeschoren davon kommt.

Sauter und Zustin gutachten dagegen in etwas umständlichem Mediziner-Deutsch und unter Vermeidung des Genitivs: „Unter Berücksichtigung von den anamnesischen Angaben und von dem Sektionsbericht des Institutes für Rechtsmedizin des Universitätsklinikum Jena ist mit größter Wahrscheinlichkeit von lokalen Veränderungen, die im Rahmen einer Strangulation, einer Erdrosselung, eines Erwürgens oder eines Erhängens beobachtet werden, auszugehen.“

Dieses Gutachten findet sich auch in den Akten der Staatsanwaltschaft, wie ihr Sprecher Thomas Waßmuth heute bestätigte.

Sauter und Zustin stützen ihre Beurteilung auf die „makroskopische, kontaktradiographische und mikroskopische Begutachtung des vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Jena eingesandten Kelhkopf-Resektates“.

Diese Untersuchung ergab

  • eine „frische unmittelbar vor dem Tode bzw. agonal erlittene Fraktur des rechten oberen Schildknorpelhorns“
  • „frische submuköse Blutungen im supra- bzw. subglotischen Raum“
  • „frische Einblutungen des Ansatzes eines tiefen vorderen Halsmuskels (Musculus sternothyroideus) beiderseits“

Auch hinsichtlich des Zeitpunktes, zu dem der noch lebendige Rudolf F. mutmaßlich attackiert wurde,  sind die beiden Pathologen sehr präzise. Ihre Untersuchung spreche „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für eine dem Todeszeitpunkt unmittelbar vorausgegangene bzw. agonale Fraktur des rechten oberen Schildknorpelhornes, Schleimhauteinblutungen im supra- und subglottischen Raum sowie Muskelblutungen der tiefen vorderen Halsmuskulatur“.

Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren nach dem Tod F.s ein. Begründung: Das Gutachten der Jenaer Rechtsmedizin, gestützt von einem Zweitgutachten von Prof. B. aus F., spreche von einem natürlichen Tod.

wird fortgesetzt…

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  1. […] Gegenteil legt eine Untersuchung der Pathologen Guido Sauter und Jozef Zustin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nahe. Sie […]

  2. […] einem Verbrecher stammen könnten. Sie weigern sich, das von ihnen selbst angeforderte und bezahlte pathologische Gutachten dazu zur Kenntnis zu nehmen (das eine Gewalttat nahelegt). Sie weigern sich, den Obduzenten, der die […]

  3. […] Kehlkopf von F. sei schon gebrochen gewesen, als er in die Klinik kam. Zwei Hamburger Pathologen bestreiten das. Die Frage, um die es dabei geht, lautet: Wurde F. in der Klinik umgebracht, oder starb er an […]

  4. […] Pathologen Guido Sauter und Jozef Zustin hatten das nach einer feingeweblichen Untersuchung dagegen ausgeschlossen. Der Kehlkopf brach nach ihrer Expertise unmittelbar vor dem Tod. Die Röntgenbilder sind nach […]

  5. […] den Kehlkopf des Toten untersucht. Sie stellten fest, er sei erst kurz vor dem Tod gebrochen. Sie begründeten ihren Befund damit, dass der Heilungsprozess noch nicht eingesetzt habe. Mall und Bratzke hielten […]

  6. […] Mall weist außerdem dem Gutachten der Hamburger Pathologen Guido Sauter und Jozef Zustin zurück. Nach deren Expertise brach der […]

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