Das Landgericht Bayreuth hat soeben in einer Pressemitteilung den Vorwurf zurückgewiesen, der Vorsitzende Richter im Peggy-Wiederaufnahmeprozess habe mit Gutachter Hans-Ludwig Kröber im Vorhinein das Ergebnis seines Gutachtens besprochen. „Dieser Vorwurf trifft nicht zu“, schreibt Justizsprecher Thomas Goger. Allerdings folgt danach eine recht detaillierte Beschreibung des Prozedere zwischen Richter und Gutachter, das dem Dementi die Klarheit nimmt.

Zitat, Unterstreichung aus dem Original:

„In diesem Zusammenhang hat der Vorsitzende in Telefonaten mit dem Sachverständigen im Rahmen seiner Verpflichtung zur sachgerechten Vorbereitung der Hauptverhandlung diesem den Wiederaufnahmegrund erläutert, der sein Gutachten betrifft. Der Vorsitzende hat dem Sachverständigen, welchem zum Zeitpunkt der vorbereitenden Telefonate die Akten und der Wiederaufnahmebeschluss noch nicht vorlagen, deutlich gemacht, weshalb es sich bei der Existenz der Tathergangshypothese aus Sicht der Kammer um eine wesentliche Änderung der Tatsachengrundlage seines vormals erstatteten Gutachtens handelt. Zu keinem Zeitpunkt hat der Vorsitzende dem Sachverständigen inhaltliche Vorgaben für das von ihm zu erstattende Gutachten gemacht oder gar ein Ergebnis vorgegeben.“

Wir bleiben dennoch bei unserer Darstellung.

2 Kommentare
  1. Jürgen Rupprecht sagte:

    Nun hat eine Telefonleitung normalerweise zwei Enden (gut, die Abzweigung zur NSA mal außen vor gelassen): Am einen Ende sprach Richter Eckstein, am anderen war Gutachter Kröber.

    Aber beide verweisen die hier nochmals bekräftigte Darstellung über Beeinflussungen oder Absprachen im Fall Ulvi K. ins Reich der Fantasie. So muss sich Herr Lemmer schon fragen lassen, ob und wie er diesen doch schwerwiegenden Vorwurf an Richter Eckstein belegen kann.

    Hier der Artikel aus dem Nordbayerischen Kurier:
    „Das Gerücht vom Fehlstart
    Von Manfred Scherer
    Man könnte es sich leicht machen und sagen: Noch vor dem Beginn des Peggy-Prozesses am kommenden Donnerstag hat die Justiz einen Fehlstart hingelegt: Erst wird der für den Fall zuständige Oberstaatsanwalt ausgewechselt, dann verbreiten viele Medien – darunter auch solche, die als seriös gelten – harsche Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Richter des Wiederaufnahmeverfahrens. Eine angebliche Absprache wird kolportiert und damit dem Richter Michael Eckstein ohne Nennung von Quellen Voreingenommenheit unterstellt.

    Man kann es sich aber auch schwer machen – und das müssen Journalisten immer tun – und Behauptungen hinterfragen. Dann stellt man fest, dass sogar der Gutachter, mit dem es die pflichtwidrige Absprache gegeben haben soll, das Gerücht harsch ins Reich der Fantasie verweist. Da kann man über die mangelnde Sorgfaltspflicht vieler Kollegen nur mehr den Kopf schütteln. Da geht wohl die Quote vor, die Tragödie, die im Fall Peggy steckt, ist zweitrangig. Und zweitrangig damit wohl auch das Recht jener, endlich eine saubere Aufarbeitung des mysteriösen Mordfalls ohne Leiche zu bekommen.
    Vor diesem Hintergrund ist auch die Entscheidung, den am intensivsten mit dem Fall befassten Staatsanwalt abzulösen, aller Ehren wert: Der Wiederaufnahmeprozess darf nicht belastet werden. Zur Erinnerung: Der betroffene Oberstaatsanwalt erkannte selbst, dass er sich durch einen Verfahrensfehler angreifbar gemacht hatte. Sein Ersuchen, abgelöst zu werden, zeigt, dass die Justiz den Fall mit der gebotenen Sorgfalt behandelt.
    Ein paar Tage noch, dann hat endlich das Gericht das Wort – und nur das Gericht. Er wird höchste Zeit.“

    Quelle:
    http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/thema-peggy-prozess-das-geruecht-vom-fehlstart_245893

    Antworten
  2. Jürgen Rupprecht sagte:

    Hier noch ein Teilartikel aus dem NK:

    „Justiz: Vorwürfe gegen Ulvi-Richter falsch
    Von Manfred Scherer und Otto Lapp

    BAYREUTH.
    Noch hat das Wiederaufnahmeverfahren im Fall Peggy nicht begonnen, da machen Gerüchte über den vorsitzenden Richter Michael Eckstein Schlagzeilen: Buchautor Christoph Lemmer behauptet, Eckstein habe für den Prozess ein bestimmtes Gutachtensergebnis bestellt, ohne eine Quelle zu nennen. Justizsprecher Thomas Goger hat den Vorwurf am Donnerstag zurückgewiesen. Der betroffene Gutachter, der Berliner Psychiater Hans-Ludwig Kröber, erklärte auf Anfrage des Kuriers, die Behauptungen Lemmers seien „falsch“.“

    Quelle: http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/justiz-vorwuerfe-gegen-ulvi-richter-falsch_245738

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