Der Berliner Rechtsmediziner Helmut Maxeiner ist vergangenes Wochenende überraschend gestorben. Ein Spaziergänger fand ihn neben seinem Fahrrad tot auf einem Bürgersteig des Stahnsdorfer Ortsteils Sputendorf. Das bestätigte eine Polizeisprecherin. Sein Leichnam befindet sich in der Potsdamer Gerichtsmedizin, wo jetzt die Todesursache untersucht wird. Die Potsdamer Kriminalpolizei ermittelt. Er wurde 57 Jahre alt.

Maxeiner war in der Rechtsmedizin der Berliner Charité tätig. Im August 2006 war er schon einmal bei einem Fahrradunfall lebensgefährlich verletzt worden. Zu dieser Zeit war auch das rechtsmedizinische Institut der Freien Universität, an dem er tätig war, mit den Rechtsmedizinern der Charité zusammengelegt worden. Nach seiner Genesung klagte er gegenüber Vertrauten, er fühle sich zurückgesetzt und gemobbt. Anfang 2007 hatte er von der Charité-Verwaltung ein Schreiben erhalten, in dem er aufgefordert wurde, sich „eine neue Tätigkeit in der Charité“ zu suchen. Nach Gesprächen mit der Klinikleitung und dem frisch eingestellten Institutschef Michael Tsokos wurde das Schreiben zurückgezogen. Maxeiner habe es wegen eines Versehens der Verwaltung erhalten. Wenig später entzog ihm Tsokos allerdings die Leitung der Studentenausbildung und ernannte einen der früheren Ost-Berliner Charité-Ärzte zum Lehrbeauftragten.

Fachlich galt Maxeiner als einer der weltweit besten Rechtsmediziner. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Professor Stefan Pollak, würdigte Maxeiner auf meine Anfrage als „großen Fachmann“. Auf seinen Spezialgebieten – Angriffe gegen den Hals und stumpfe Schädel-Hirn-Verletzungen – habe er sich „sehr verdient gemacht“. Von Maxeiner entwickelte Untersuchungsmethoden gelten inzwischen als Standard in der Rechtsmedizin. Dazu zählen etwa Fälle, bei denen Kleinkinder zu Tode geschüttelt wurden oder Todesfälle, bei denen die Opfer gewürgt wurden. Zudem war er „in der Lehre überaus angesehen“, sagte Pollack. Seine Studenten gaben ihm regelmäßig Bestnoten auf dem Portal „meinprof.de„.

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Bei den Rechtsmedizinern in der Charité liegt offenbar schon länger einiges im Argen. Da gibt es demnächst noch mehr.

Posted via email from | bitterlemmer |

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  1. […] war im Alter von nur 57 Jahren im November tot neben seinem Fahrrad aufgefunden worden. Er galt als einer der besten Rechtsmediziner Deutschlands, wurde allerdings in seinem […]

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