Mit diesem Avatar schmückte Martin N. seine Beiträge im Pädophilen-Forum

Die Staatsanwaltschaft Stade will noch diesen Monat Anklage gegen den mutmaßlichen Kinderschänder Martin N. erheben. Das sagte Staatsanwaltschaft Karl Thomas Breas auf meine Anfrage. Angeklagt werden der Mord an dem damals neunjährigen Dennis im Jahr 2001 und zwei weitere Morde. Alle drei Taten hat Martin N. gestanden. Außerdem gab er sexuelle Übergriffe zu, die ebenfalls vor Gericht verhandelt werden.

„Wir haben die Fälle, die er gestanden hat, von den anderen abgetrennt“, sagte Breas. N. kommt für die Ermittler für eine Serie weiterer Taten in Frage. Bei denen laufen die Ermittlungen „mit Hochdruck“, so Breas. Die Staatsanwaltschaft untersucht auch N.s zahlreiche Reisen, etwa nach Südamerika oder in arabische Länder. Von diesen Reisen existieren bergeweise Fotos, die N. häufig Arm in Arm mit Minderjährigen zeigen. Im jetzt geplanten Verfahren spielen sie aber noch keine Rolle.

Stern-Geschichte über Festnahme-Hergang „völliger Quatsch“

Als Falschmeldung erwies sich bei den Ermittlungen eine „Berlin-Connection“, die der Stern in die Welt gesetzt hatte. Tatsächlich sei N. nur von einem Freund besucht worden, der sich in Hamburg ein St.-Pauli-Spiel ansehen wollte und seinen Sohn mitbrachte, sagte Breas. Der Staatsanwalt: „Auch Kinderschänder haben Freunde“. Die Geschichte, laut der N. wegen einer angeblichen „Zuführung“ eines Neunjährigen festgenommen wurde, sei „völliger Quatsch“.

Der Fall Dennis hatte jahrelang Schlagzeilen gemacht. Der Junge war im September 2001 aus einem Schullandheim in Wulsbüttel bei Cuxhaven verschwunden. Zwei Wochen später entdeckten Pilzsammler die Leiche 40 Kilometer entfernt. Unter dem Pseudonym GerdX tummelte sich N. in einem Pädophilenforum, wo er seine Neigung in überwiegend widerwärtigen Sprüchen und Reimen verherrlichte.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.