Die Staatsanwaltschaft Meiningen hat die Überprüfungen zum mysteriösen Todesfall Rudolf F. abgeschlossen und will das Verfahren nicht in Gang bringen, wie Behördensprecher Thomas Waßmuth heute mitteilte. Höchst dubios ist die Mehode, mit der die Ermittler vorgingen. Sie hatten in den letzten 14 Tagen praktisch jeden angesprochen, dessen Name sich in meinem Blog dazu findet. Waßmuth sagte, verwertbar sei allein die Aussage des Rechtsmediziners Carsten Hädrich. Hädrich ist einer der beiden Obduzenten, die die Leiche des Rudolf F. untersucht hatten. Hädrich habe der Staatsanwaltschaft gesagt, seine Äußerungen, die sich hier finden, seien von ihm autorisiert gewesen und zutreffend wiedergegeben. Der Berliner Rechtsmediziner Prof. Volkmar Schneider habe sich dagegen nicht bei der Staatsanwaltschaft zurückgemeldet, so Waßmuth. Folglich sei seine Bewertung (siehe auch hier) ohne Relevanz.

Das wunderte mich, so dass ich Schneider angerufen habe. Er berichtete, er habe nach der Rückkehr aus seinem Ferienhaus auf seinem Anrufbeantworter eine kurze Nachricht einer Staatsanwältin gefunden. Sie habe, sehr schnell sprechend, die Bitte um Rückruf hinterlassen, nichts über den Grund ihres Anrufes verraten und dann derart schnell eine Nummer gesprochen, dass er nur die ersten drei Ziffern verstanden habe. Schneider sagte mir, er empfinde diese Art der Kontaktaufnahme als „etwas unhöflich“ und zudem unüblich. Sollte die Staatsanwaltschaft ernsthaft an seiner Expertise interessiert sein, wäre wohl eher mit einem Schreiben zu rechnen gewesen. Außerdem „hätte ich natürlich sofort zurückgerufen, wenn ich die Nummer verstanden hätte“.

Waßmuth wollte Fragen über die Art der „Überprüfung“ des Falles nicht beantworten. Er sagte nur, dass Obduzent Hädrich dabei blieb, Rudolf F. sei mit hoher Wahrscheinlichkeit gewaltsam aus dem Leben geschieden. Damit stehe seine Meinung gegen die der Gutachter. Das sind die Jenaer Institutschefin Gita Mall und der Frankfurter Rechtsmediziner Hansjürgen Bratzke. Mall und Bratzke hätten aber in den letzten Tagen mehrseitige Stellungnahmen eingereicht. Die Staatsanwaltschaft bleibe darum dabei, ihre Gutachten als endgültig anzusehen. Was Mall und Bratzke in ihren Stellungnahmen mitteilten, wollte Waßmuth auch auf mehrfache Nachfrage nicht preisgeben.

***

Was die Staatsanwaltschaft als „Überprüfung“ bezeichnet, ist ein schlechter Witz. Zu behaupten, Prof. Schneider habe sich „nicht zurückgemeldet“ und zu verschweigen, dass die „ermittelnde“ Staatsanwältin Raithel mal eben nur eine schnelle Nachricht auf dem AB hinterließ, ist kaum zu fassen. Das klingt, als sei dieser Anruf nur ein Alibi gewesen, um eben hinterher achselzuckend zu bedauern, leider, leider, habe der Professor wohl kein Interesse. Ebenso unfassbar ist, dass die Einschätzung des Obduzenten geringer gewichtet wird als die der Ferngutachterin Mall, die die Leiche des toten F. nie selber untersucht hat. Das ist – nebenbei bemerkt – auch unüblich. Wie nennt man so etwas? Ist es überzogen, nun auch an Strafvereitelung zu denken? Nur, damit es nicht aus dem Blick verschwindet: Hier geht es um die Frage, ob die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren beginnt, um die ungelösten Fragen dieses Falles aufzuklären und anschließend zu entscheiden, ob ein Beschuldigter angeklagt wird oder nicht.

3 Kommentare
  1. Erich Traumüller sagte:

    Wiso verbietet es mir einer, mit der staatsanwltschgaft in verbindung zu treten Frage in sich Sehr geehrte Damen und Herren, obwohl es mir verboten wurde mich an Sie zu wenden( Herr Lotz, Kommisar, Eisenach), werde ich mich, I’m Gefühl meiner mir vom Gesetz gebenen Rechte an Sie wenden.Es ist mir vollkommen klar,das ich nicht einer der beliebtesten menschen . aber erlichsten menschen in diesen unsagbaren block war. Eines sollte man aber zur kenntnis nehmen,LÜGEN, bringen bei mir nichts

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  1. […] ihr Sprecher Thomas Waßmuth diese Entscheidung. Allerdings haben sich die Ermittler die Sache auch leicht gemacht und andere Sachverständige nicht gerade engagiert angesprochen, als die Widersprüche in dem Fall […]

  2. […] weigern sich, massive und brutale Halsverletzungen zur Kenntnis zu nehmen. Sie weigern sich, überhaupt zu ermitteln, ob die von einem Verbrecher stammen könnten. Sie weigern sich, das von ihnen selbst angeforderte […]

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