Am Montag wird die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Studie präsentieren, deren Ergebnis niemanden überraschen wird. Die Deutschen haben das Vertrauen in das Gesundheitssystem verloren, heißt es darin laut Vorabbericht der Wirtschaftswoche. Durchaus überraschend ist allerdings, dass dieser Befund ausnahmslos von allen gesellschaftlichen Gruppen geteilt wird.

Einhellig herrsche die Meinung vor, „dass aus Kostengründen schon jetzt medizinisch notwendige oder sinnvolle Behandlungen nicht mehr übernommen werden“. Gleichzeitig halten die Bürger das System für „kompliziert und zu teuer“.

Damit haben sie wohl recht. Das Gesundheitssystem ist inzwischen ähnlich undurchschaubar wie das Steuerrecht. Wer sich auskennt und jeden Trick beherrscht, profitiert. Der Staat hat in Sachen Gesundheit eine Planwirtschaft eingeführt. Zentrale Instanzen legen fest, was zu welchen Preisen verschrieben und behandelt wird. Das ist zuweilen skurril bis skandalös, etwa, dass die SPD im Bundestag ausgerechnet Karl Lauterbach zu ihrem mächtigsten Gesundheitspolitiker gekürt hat, der nebenbei im Aufsichtsrat des Rhön-Klinik-Konzerns sitzt. Da bestimmt ein Mann Gesetze mit, die direkt das Unternehmen betreffen, für das er tätig ist. In anderen Ländern wäre das ein Fall für den Staatsanwalt. Der planwirtschaftliche Ansatz wird von allen Parteien getragen, mit kleinen Abstufungen hier und da. Auch die FDP macht mit, etwa mit ihrer Lobby-Politik für die Apotheker.

Angenehm, zu erfahren, dass der Bürger sich offenbar nicht mehr mit den Detail-Debatten beschäftigen möchte, die sich innerhalb des Kosmos dieses Systems bewegen. Das Gesundheitssystem insgesamt ist gescheitert, so, wie die Planwirtschaft andernorts auch schon gescheitert ist.

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